Dienstag, 17. Juni 2014

Fehmarn 2014

Einmal im Jahr "brauche" ich den Urlaub auf meiner Lieblingsinsel Fehmarn. Seit ich Pfingsten 1979, also vor 35 Jahren, zum ersten Mal dort war, bin ich der Insel treu geblieben.

In diesem Jahr hatte ich für mich etwas ganz besonderes geplant. Ich wollte mit dem Zug "vorfahren" das bedeutete für mich, fast zwei Wochen wäre ich fast alleine und konnte schon mal so richtig ausspannen.

Seit ein paar Jahren gibt es ja die Möglichkeit mit dem Zug bis Burg zu fahren, was näher an meinem Urlaubsort Neujellingsdorf liegt. Obwohl es auch kein Problem gewesen wäre, so weit ist Puttgarden ja auch nicht entfernt. Es gibt heutzutage ja so viele Erleichterungen, wenn man mit dem Zug reisen möchte. So wurde mein großer Koffer ein paar Tage eher auf den Weg geschickt. Am Reisetag hatte ich dann nur noch einen kleineren Koffer und einen Rucksack dabei. Leider fährt von Düsseldorf aus nicht immer ein Zug bis zur Insel. Ich hatte die Wahl entweder in Köln oder Wuppertal in den Intercity zu steigen. Bis zum Bahnhof Wuppertal musste ich nur 20 Minuten fahren und deshalb fiel die Wahl nicht schwer.

Die Fahrt war sehr angenehm,  ich hatte reichlich Zeit zum Lesen oder die anderen Reisenden zu studieren. Das eine oder andere Gespräch wurde auch geführt. Bis Lübeck war die Fahrt nicht besonders aufregend, nachdem wir die Stadt hinter uns gelassen hatten, besaß ich nicht mehr die Muse in meinem Buch zu lesen. Ich näherte mich meinem Ziel und konnte mich von dem Anblick der Gegend, durch die wir nun fuhren nicht mehr lösen. Obwohl in dem Waggon keine Fenster geöffnet werden konnten, verbreitete sich der Geruch der Rapsfelder. Diese Felder erfreuten nicht nur mich, auch andere Damen, die mit mir im Waggon saßen, der inzwischen sehr leer war, waren begeistert. Das Gelb leuchtete so wunderschön, die Blüten standen in voller Pracht. Immer wieder konnten wir auch die Ostsee erblicken. Einer Dame, die zum ersten Mal nach Fehmarn fuhr, konnte ich so viel zeigen und erklären. Schließlich kam die Brücke in Sicht, die im Volksmund gerne der "Kleiderbügel" genannt wird. Langsam fuhr der Zug darüber und ich konnte mich an dem Anblick meiner Insel erfreuen. Jedes Mal bin ich begeistert. Es sieht einfach toll aus, wenn die vielen Segelboote auf dem Meer sind und man schon viel von der Insel erblicken kann. Diesmal waren es zusätzlich die vielen gelben Felder, die mich zusätzlich begeisterten. Und ich hatte es geschafft, ich war nach sechs Stunden endlich da!

Es geht sicher vielen so, die immer wieder zum selben Urlaubsort fahren. Man kommt an und fühlt sich direkt wohl. Es ändert sich immer etwas, aber trotzdem ist man "zu Hause" und kann sich in Ruhe einrichten. Da ich ja noch ohne Auto war, hieß es Erledigungen mit dem Rad zu machen oder mit dem Bus zu fahren. Letzteres ist für eine Großstadtpflanze natürlich etwas besonderes. Bin ich es doch gewohnt, dass ich jederzeit mit Bus oder Straßenbahn irgendwohin fahren kann, musste jetzt der Fahrplan richtig gelesen werden. Ich musste nicht nur wissen, wann der Bus nach Burg fährt, nein, es war auch wichtig, wann ein Bus wieder zurück fährt. Aber das war nun wirklich kein Problem.

Die ersten Tage bin ich einige Kilometer mit dem Rad unterwegs gewesen und konnte mich immer wieder an dem Duft, an den gelben Rapsfeldern oder am Meer erfreuen. Ich habe bestimmt ganz viele Bilder doppelt und dreifach gemacht. Aber heutzutage ist das ja auch ein Problem mehr. Musste man früher zu Hause ganz ungeduldig auf die entwickelten Urlaubsbilder warten, konnte ich jetzt sofort nachsehen, ob die Bilder gut geworden sind.

Glücklicherweise stand mir die ganze Zeit ein eBike zur Verfügung. Bekannterweise hat man ja meist Gegenwind und außerdem wollte ich meine Einkäufe immer schnell in mein Urlaubsdomizil bringen. In den letzten Jahren hat die "Fehmarn Wege GmbH" dafür gesorgt, dass viele neue Radwege angelegt wurden. Ich war natürlich begeistert und hatte sofort einen Favoriten. Ein Radweg direkt entlang der Steilküste im Osten. natürlich wollte ich diesen Weg mit meinem Mann noch einmal fahren, denn auch er sollte sich daran erfreuen. Einige hundert Kilometer wurden in diesem Urlaub geradelt, was immer wieder viel Spaß macht.
Dank der Erleichterung mit dem eBike stand auch wieder eine Tour nach Heiligenhafen an. Es ist schon ein tolles Gefühl über die 50 Jahre alte Fehmarnsundbrücke zu fahren.

Wenn man vier Wochen an einem Ort verweilt, bekommt man ganz anders mit, wie sich die Natur entwickelt. Als ich ankam, hatten viele Bäume noch keine Blätter und die Rapsfelder waren in voller Blüte. Ich konnte nun beobachten, dass die Bäume immer grüner wurden und der Raps verblühte. Als das alljährliche Rapsblütenfest in Petersdorf stattfand, waren kaum noch Blüten zu sehen. Aber trotzdem war es wieder ein gelungenes Fest, was den krönenden Abschluss mit einem kleinen Umzug durch den Ort fand.

Ich beschäftige mich natürlich auch mit den Geschehnissen aus dieser Insel. Dort lebt man hauptsächlich von der Landwirtschaft und dem Tourismus. Ich habe allerdings manchmal das Gefühl, dass beides gegeneinander arbeitet. So soll eine vorhandene große Schweinemastanlage von 10.000 Schweinen um einige tausend vergrößert werden. So etwas passt nicht auf eine so kleine Insel und die Geruchsbelästigung ist sehr groß, mal ganz davon abgesehen, was zu dieser Art der Tierhaltung sonst noch zu sagen ist.
Außerdem wurde vor ein paar Jahren für die gesamte Insel die Kurtaxe eingeführt.Bis heute sehe ich persönlich nicht, warum ich sie zahlen muss. In den vergangenen Jahren habe ich immer ohne zu meckern gezahlt. Aber in diesem Jahr hat es mich doch geärgert. Denn der Betrag wurde jedes Jahr erhöht und schon vor Beginn der Hauptsaison wird der zu zahlende Betrag verdoppelt. Einen Nutzen hatte ich allerdings keinen. So gerne wäre ich während der Rapsblüte auf die wunderschöne Mühle in Lemkenhafen gestiegen und hätte Fotos von oben gemacht. Aber die Mühle wurde erst ab 1.6. geöffnet und da war es mit der Pracht vorbei. Nun will ich mit meinen kritischen Bemerkungen niemanden von der Insel fernhalten, aber erwähnt werden sollte dies doch einmal.

Die Insel selber kann ja nichts dafür,  was mit ihr gemacht wird und sie bleibt bei mir natürlich an erster Stelle. Ich hoffe auch, dass ich noch viele Jahre das Vergnügen haben werde, die Insel zu besuchen und mich dort bei guter Luft so richtig zu erholen.

Bilder, die ich in diesem  Jahr gemacht habe, werde ich in einem gesonderten Beitrag zeigen.