Freitag, 5. September 2014

London - immer wieder neue Eindrücke

ja, es stimmt, es gibt immer wieder neue Eindrücke, die einem in London vermittelt werden. Aber ich will nicht vorgreifen. Ich berichte dann doch besser der Reihe nach.

Diesmal war es im Vorfeld der Reise sehr aufregend. Musste ich schon den geplanten Termin im April wegen des Lufthansa-Pilotenstreiks verschieben, hätte es auch diesmal beinahe nicht geklappt. In Island drohte ein Vulkan mit einem Ausbruch und wir alle wissen, was vor 4 Jahren passiert ist. Also habe ich mich schon einmal nach Alternativen umgesehen und dann kam die nächste Hiobsbotschaft, die Piloten von Lufthansa drohten wieder mit Streik. Ich glaube, ich habe bestimmt ein paar neue graue Haare bekommen. Das Problem ist ja, ich kann erst umbuchen, wenn es konkret wird. Nun, wir hatten Glück, die Piloten hatten am Vortag etwas gestreikt und der Vulkan hat sich auch zurück gehalten.
Diese Reise stand anscheinend unter dem Stern der Improvisation. Nicht nur zu Hause mussten wir uns Gedanken machen,  wie wir vielleicht anders anreisen, auch in London wurden wir des öfteren dazu gezwungen.

Endlich war es dann soweit und wir saßen im Flieger. Begleitet wurde ich diesmal von zwei lieben Freundinnen, eine erfahrene Londonreisende und ein Neuling. Auf einen Neuling stürzt ja jede Menge ein, aber auch wir beiden "alten" finden jedes Mal etwas neues, was wir noch nicht kennen.

Diesmal hatte ich Zimmer im Holiday Inn gebucht, was eine gute Wahl war. Nicht nur die Zimmer waren gut, auch die Lage des Hotels. Das Hotel liegt unweit der U-Bahnstation Gloucester Road entfernt. Wenn man dann dort aussteigen kann. Ich wollte meinen beiden Begleiterinnen gerade zeigen, wo wir raus müssen und sehe die Information, dass man an diesem Bahnhof bis Dezember nicht aussteigen kann. Da ist es natürlich sehr gut, wenn man sich etwas auskennt. Also musste zum ersten Mal improvisiert werden und ich  konnte direkt die schöne Umgebung der Station  South Kensington zeigen und von dort mit dem Bus 74 bis vors Hotel fahren.

Nach einem kurzen Stop im Hotel ging es dann los, denn glücklicherweise war ein Zimmer schon fertig und wir konnten uns etwas frisch machen und unser Gepäck deponieren. Ganz in der Nähe des Hotels befindet sich das Nobelkaufhaus Harrods. Ein Muss für alles Londonreisenden, die Food Hall ist immer wieder beeindruckend und auch die anderen Abteilungen sollte man sich wenigstens kurz ansehen. Denn kaufen können wir dort wenig, für unsere Gehaltsklasse gibt es höchstens in der Abteilung der Souvenirs etwas. Diese Abteilung steuere ich auch meistens an. Allerdings gab es das von mir gesuchte Weihnachts-Magnetbärchen noch nicht. Nun denn, ich hatte ja noch einen Laden auf meiner Liste, zu dem ich unbedingt wollte: der Stempelladen in der Nähe von Covent Garden. So konnten auch gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Auf dem Weg dorthin schöne Häuser und Pubs bewundern und fotografieren, meinen Lieblingsplatz besuchen und das traditionelle Essen  "Fish and Chips" zu uns nehmen.

Langsam merkten wir aber auch die Strapazen der Anreise. Schließlich hieß es ja früh aufstehen, weil wir den Flieger um 7 Uhr nehmen wollten. So tat es richtig gut, eine Pause auf einer Bank im St. James Park einzulegen. Denn es war sehr viel Trubel im Covent Garden und am Trafalgar Square. In dem Park konnten wir nicht nur die Ruhe sondern auch etwas Sonne genießen. Ich finde es sowieso immer wieder klasse, wie viele Parks London zu bieten hat und damit meine ich nicht nur so kleine Entenparks, wie  wir sie hier haben.
Nach einem kurzen Blick über die Mall auf den Buckingham Palast ging es dann weiter zur Whitehall. Bei den Horse Guards standen wieder reichlich Touristen. Ich bewundere dort immer die armen Pferde, große Horden an Touristen stehen um sie herum und manche meinen auch, dass sie das Pferd unbedingt streicheln müssen.
Unser Weg sollte nun Richtung Glockenturm mit Big Ben gehen. Die Downing Street ist nicht mehr ganz so interessant wie früher. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich bei meinem ersten Londonbesuch bis zur Number 10 gehen durfte.
Dass ein Foto von der Westminster Bridge zum Pflichtprogramm aller Touristen gehört, konnte ich auch diesmal wieder feststellen. Massen bewegten sich ein Stück auf die Brücke, um einen guten Blick auf das Parlament und den Glockenturm zu bekommen. Seit einigen Jahren gehört dann auch noch der Blick auf das London Eye dazu. Ich gestehe ja, dass ich jedes Mal ein neues Foto vom Glockenturm mache und auch immer auf den Glockenschlag  warte, der sich schon wirklich toll anhört.
Langsam ging der erste Tag in der Stadt zu Ende. Große Aktivitäten für den Abend hatten wir auch nicht mehr geplant. Ein gutes Abendessen und dann ins Bett stand auf unserem Programm. Allerdings wollte ich die Gelegenheit nutzen und in unserem Hotel zur letzten Etage  fahren. Ich war auf den Anblick der beleuchteten Stadt gespannt. Von der 27. Etage hatten wir tatsächlich einen wunderschönen Anblick. Ich nahm mir aber auch vor, am nächsten Tag bei Tageslicht noch einmal nach oben zu fahren.

Am Sonntag stand für mich etwas ganz neues auf dem Programm. Vor kurzem hatte ich ein Buch gelesen, in dem eine Deutsche über ihren Alltag in London berichtete und unter anderem von einem Picknick auf dem Primrose Hill mit Blick auf London. Neugierig geworden, hatte ich mich zu Hause schon darüber informiert und wollte sehr gerne dorthin. Jetzt spielten uns die Transportmittel in London den nächsten Streich, die Bakerloo Line mit der wir fahren wollten, konnte an diesem Wochenende nicht genutzt werden. Langsam waren wir ja schon aufs Improvisieren eingestellt. Statt U-Bahn wurde der entsprechende Bus rausgesucht. Mit der Bahn geht es zwar schnell, aber mit dem Bus gibt es auch mehr zu sehen. Deshalb setzten wir uns nach Möglichkeit immer nach oben im Bus.
Meine kleine Digicam kam auch diesmal wieder reichlich zum Einsatz. Dabei kann es mir auch passieren, dass ich zum Beispiel einen Pub bei jedem Londonaufenthalt fotografiert habe, weil ich jedes Mal wieder begeistert war. Auf der anderen Seite war ich immer zu verschiedenen Jahreszeiten dort und es könnte immer eine andere Bepflanzung rund um den Pub gewesen sein.

Nun war ich aber gespannt auf den 78 Meter hohen Hügel, der sich im Norden des Regent Parks befindet. Auch in diesem Park war es sehr angenehm, denn viele Touristen hielten sich dort nicht auf, Familien tummelten sich dort. Bei der Größe des Parks stört es keinen, dass Kinder Fußball spielen und ein paar Meter daneben Picknickdecken ausgebreitet werden.
Auf jeden Fall hat sich der Weg gelohnt, der Blick auf London war wirklich wunderschön. Wobei ich jetzt nicht behaupten will, dass mir diese riesigen futuristischen Gebäude sehr gefallen. Es sind die Gegensätze, die sich bei dem Anblick der Silhouette bieten.

Nicht weit von diesem Park liegt der Camden Lock Market und das sollte unser nächstes Ziel werden. Dort war natürlich wieder mehr los, aber zum Glück gab es nur sehr wenig enge Stellen, dass man nicht unbedingt Platzangst bekommen musste. Vor allem war es auch das besondere an diesem Markt, dieses riesige Angebot von den unterschiedlichsten Sachen. Aber irgendwann reicht auch der interessanteste Marktbesuch und wir wollten unsere nächste Station anpeilen.
Wir wollten zum Tower, denn in diesem Jahr gab es dort etwas ganz besonderes zu sehen. Wobei man hier sagen kann, der Weg ist das Ziel. An dem Nachmittag war der Zugang zu der U-Bahnstation geschlossen und wir entschlossen uns ganz spontan mit dem Bus zur Waterloo Bridge zu fahren.
Wir hatten Zeit und die Sonne schaute immer öfter hinter den Wolken hervor und deshalb beschlossen wir von der Waterloo Bridge entlang der Themse zur Tower Bridge zu gehen. Diese Strecke war für mich auch wieder Neuland  und ich war begeistert und weiß auch, dass ich nicht zum letzten Mal diese Strecke gegangen bin. Es gab unterwegs so viel zu sehen und auch reichlich Möglichkeiten Pause zu machen. Bei schönstem Sonnenschein haben wir unseren Nachmittagskaffee zu uns genommen. Aber zu lange darf man sich auch nicht hinsetzen und ausruhen, denn das Aufstehen und wieder in die Gänge kommen, fällt einem nicht gerade leicht.
Auf jeden Fall haben wir die Tower Bridge gut erreicht und auch überquert. Es ist immer wieder schön und zu sehen gibt es ebenfalls reichlich. Langsam kam unser Ziel in Sicht. Ich war wirklich gespannt, welcher Anblick mich erwarten würde und war überwältigt. Ein Künstler hatte die Idee zur Erinnerung an die gefallenen Soldaten des ersten Weltkrieges für jeden eine  Keramikmohnblume in den Wassergraben des Towers zu stecken. Bis 11. November sollen es 888.246 Stück werden. Ich weiß jetzt nicht, wie viele schon dort steckten, als ich dort war, aber es war wirklich beeindruckend. In einem separaten Beitrag zeige ich die Bilder, die ich dazu gemacht habe und natürlich auch noch viele andere.
Für uns war jetzt wieder der Zeitpunkt gekommen Richtung Hotel zu fahren und uns um die Rückreise am nächsten Tag zu kümmern. So ganz genau wussten wir ja noch nicht, ob nicht wieder ein Streik drohte, deshalb wollten wir die Gelegenheit nutzen und uns online einchecken. Außerdem hatte ich ja noch geplant, in die 27. Etage zu fahren und dort Bilder zu machen. Kurz zusammen gefasst, wir konnten einchecken und ich war von dem Anblick im Hellen begeistert.
Nach einem kurzen Aufenthalt im Hotel wollten wir noch einmal mit dem Bus fahren und uns eine Gaststätte suchen, wo wir zu Abendessen konnten. Inzwischen trat die Dämmerung ein, jetzt und auch später boten sich uns wieder tolle Anblicke, die ich meist aber nur in meinem Kopf speichern konnte, weil meine kleine Digicam zu der Tageszeit nicht mehr so gute Bilder machen konnte.
Am nächsten Morgen sah  das Wetter eigentlich noch sehr viel versprechend aus und so machten wir uns auf dem Weg zum Frühstücken und anschließend zu dem tollen Teeladen von Twinings. Leider änderte sich das Wetter und Nieselregen setzte ein. Schade, nun sollte unser letzter Bummel doch noch ins Wasser fallen. Einkehren konnten wir auch nicht mehr, denn nun war es überall sehr voll und so machten wir uns früher als geplant auf den Weg zum Flughafen. So machte uns London den Abschied leichter, denn wenn alles grau und verregnet ist, sieht es nirgends schön aus.