Donnerstag, 15. Juni 2017

Dänemark 2017 - Bericht

Dänemark kannte ich bis jetzt nur, weil ich durch dieses Land gefahren bin, wenn ich nach Norwegen oder Schweden wollte und von Kurzausflügen nach Kopenhagen und kleinen Radtouren auf Lolland, was wir von Fehmarn ja ganz leicht erreichen konnten. Deshalb war für dieses Jahr mal ein Kennen-lern-Urlaub von einer Woche geplant.
Es ist ja immer so eine Sache, wenn man zu Hause plant und sich informiert, die Wirklichkeit sieht ja meist ganz anders aus. Manchmal trifft man es nicht so an, wie man es sich vorgestellt hat. In unserem Fall waren wir positiv überrascht. Zu wissen, dass die Unterkunft nicht weit entfernt vom Strand ist, mag ja toll sein, aber wenn man dann wirklich da ist...

Aber ich beginne doch lieber mal ganz von vorne, denn es soll ja ein Reisebericht werden.

Ich hatte schon sehr lange im Voraus die Fähre von Puttgarden nach Rödby gebucht und uns zeitlich einen Spielraum gelassen. So konnten wir morgen in aller Frühe, gegen 3.30 Uhr zu Hause starten. Die Strecke ist für uns ja eine sehr bekannte, denn seit Jahren fahren wir immer gerne nach Fehmarn. Schön ist es auch, dass wir dort Freunde haben und bei ihnen konnten wir uns mit einem guten Frühstück stärken. Es wurde noch das leckere Rapshonigbrot auf Vorrat gekauft und ein paar Brötchen, denn wir wussten ja nicht, ob wir dort einen guten Bäcker finden würden und vor allem, ob er am späten Samstagnachmittag noch auf hat. Das Auto wurde auch gespeist, äh, wir haben getankt und dann ging es ab Richtung Fähre. Positiv ist ja, dass man sowohl 2 Stunden vor und nach dem gebuchten Termin fahren darf. So reihten wir uns in der kurven Schlange der Vorabbucher ein und kamen auf eine gesonderte Spur. Eine Fähre fuhr ein und schon wurde unsere Spur freigegeben und wir durften mit als erste aufs Schiff. Die Überfahrt dauert ca 45 Minuten und bei schönem Wetter haben wir erst auf Fehmarn zurück und dann nach Rödby geschaut.

Nach der Ankunft in Rödbyhavn lag eine Fahrt von etwas über 200 Kilometern vor uns. Wir hatten mit Absicht nicht die schnellste Route gewählt. Denn wir wollten etwas vom Land sehen, außerdem war das Check-in für Nachmittags vorgegeben.
Unser Navi wurde gefüttert, ich hatte allerdings auch eine Karte dabei, denn so ganz will ich mich einfach nicht darauf verlassen. Als erstes wurde Roskilde eingegeben. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass Roskilde einst die Königsstadt war und natürlich eine wichtige Rolle in der dänischen Geschichte spielen sollte. Erst später hat Kopenhagen der Stadt den Rang abgelaufen, ganz einfach, die Lage war für die Kaufleute viel besser.

Da ich gerade sowieso abschweife, kann ich gleich weitermachen. Kurz vor dem Urlaub hatte ich das Buch "Die Fliederinsel" von Sylvia Lott gelesen (zur Rezension klicke >hier), die Geschichte dieses Buches spielt auf der Insel Fünen, einer Nachbarinsel von Seeland, wohin wir ja wollten. Der Flieder und die vielen Fliederbüsche auf der Insel spielten in diesem Buch eine wichtige Rolle. Es mag sein, dass mir der viele Flieder an der Autobahn gleich in Rödby auch so aufgefallen wäre, aber durch das Buch habe ich viel bewusster darauf geachtet.
Die Fahrt zu unserem Urlaubsort war auf jeden Fall schon sehr schön, einige Brücken mussten wir überqueren, denn es reihte sich eine Insel an die nächste. Unterwegs sahen wir leuchtend gelbe Rapsfelder, die aber noch nicht in voller Blüte standen und später erfreuten uns weitere Fliederbüsche mit ihrem Anblick, die viele Gärten um die kleinen Häuser umrahmten.

Auf der Insel Seeland stellten wir fest, dass es dort sehr hügelig ist und ich mit Schrecken an unsere geplanten Radtouren dachte. Und dann fiel mir noch etwas ein, was ich in dem Buch gelesen hatte, das Wortspiel hügelig - hyggeligt, unser hügelig sagt uns, dass es in der Gegend ganz schön rauf und runter geht. Das ähnlich klingende Wort im dänischen - hyggeligt - bedeutet allerdings Gemütlichkeit. Und diesen Eindruck bekam ich dann auch noch, denn die kleinen Orte mit den netten Häusern wirkten auf mich durchaus gemütlich. Aber dazu komme ich später noch einmal.

An unserem Tag der Anreise war es sehr windig und als wir in Rageleje ankamen, konnten wir nach ein paar Kurven und einer Straße, die steil nach unten führte, das Meer sehen. Wir waren angekommen! Am Kattegat, was übrigens übersetzt Katzenloch heißt. Durch den Wind gab es schöne Wellen, es rauschte und es roch nach Meer. Wenn mich nun jemand bittet, den Geruch von Meer zu beschreiben, dann fällt es mir schwer. Es muss jeder selber feststellen 😉Wir waren natürlich sofort begeistert, denn als Bewohner in einer Stadt mit Fluss, kannten wir diesen Eindruck der Weite am Wasser nicht. Und dann kam die nächste Überraschung, denn ich erwähnte es ja schon, das alles bei der Planung auf Papier zu sehen ist etwas anderes, wenn man dann tatsächlich vor Ort ist. Die Lage unserer Unterkunft war klasse. Später sollte ich noch feststellen, dass ich ein Abo für traumhafte Sonnenuntergänge im Meer gebucht hatte.

Ich will jetzt nicht auf Einzelheiten eingehen, jeder weiß, wie es ist, wenn die Urlaubsunterkunft bezogen wird und was man sich alles ansieht und wie die Sachen ausgepackt und verstaut werden. Wir danach auf jeden Fall das Gefühl, mal etwas zu laufen zu müssen und haben den kleinen Ort erkundet, sind einen der vielen Hügel rauf gegangen zu dem Supermarkt, den wir vorher gesehen hatten. Unsere Sorge, nichts mehr einkaufen zu können, war unbegründet. Alle Supermärkte hatten jeden!!! Tag von 7 oder 8 Uhr bis 20 oder 21 Uhr geöffnet. Wir hatten uns zu Hause informiert und festgestellt, dass neben unserer Unterkunft ein kleines Restaurant ist, wo wir essen gehen wollten. Tja, da hatte uns die Wirklichkeit mal wieder eingeholt, es war geschlossen und das Restaurant auf der anderen Straßenseite sah nicht danach aus, dass Leute unserer Gehaltsklasse dort verkehren. Also wurde unser Auto doch noch einmal bewegt und wir fuhren am Meer entlang zu einem hübschen Ort mit Namen Gilleleje. Wir nahmen uns vor, dass wir dort noch öfter hinfahren wollten, denn es war einfach wunderschön. Aber am ersten Tag wollten wir nur etwas essen und fanden im gemütlichen Hafen einige kleine Restaurants. Bei schönstem Wetter konnten wir auf einer der vielen Bänke Platz nehmen, Fisch essen und alles beobachten. Langsam machte es sich bemerkbar, dass wir morgens sehr früh aufgestanden sind und wir hörten beide unsere Betten leise nach uns rufen 😉Zum Abschluss des Tages gab es dann noch ein besonders leckeres Softeis, denn neben unserer Unterkunft war zwar das Restaurant geschlossen, aber der Eisladen hatte geöffnet.

Wir hatten unsere Fahrräder mitgenommen und wollten einige Radtouren unternehmen. Ich hatte ja schon erwähnt, dass es ziemlich hügelig war und am nächsten Tag sollte ich merken, dass es nicht nur ziemlich, sondern reichlich hügelig war 😉 Zum Glück besitzen wir seit einigen Jahren Räder, die meist E-Bikes genannt werden, in Wirklichkeit aber Pedelecs sind. Pedelecs bieten nur dann Motorunterstützung, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Aber mit Hilfe dieser Unterstützung werden durchaus weitere Fahrten unternommen, als vorher mit dem "einfachen" Fahrrad. So hatte ich die Idee, am Sonntag entlang des Meeres Richtung Helsingör zu fahren. Was sind schon 35 km Entfernung, hüstel. Zum Glück hatte ich mein Ladegerät eingepackt, später sollte ich feststellen, dass dies eine sehr gute Entscheidung war.

Auf jeden Fall war die Fahrt traumhaft, nicht umsonst nennt sich dieser Küstenabschnitt die "Dänische Riviera". Niedliche Badehäuschen standen am Strand, ich nahm mir vor, noch einmal zum Fotografieren in aller Ruhe dorthin zu fahren. Immer wieder konnten wir einen Blick aufs Meer werfen, Schiffe waren reichlich unterwegs, in der Ferne war die Küste von Schweden zu sehen. Es hat mir deshalb auch nichts ausgemacht, dass es immer wieder rauf und runter ging.
Nach einer Weile konnte ich in der Ferne schon das Schloss Kronborg sehen. Berühmt wurde es unter anderem, weil Shakespeare dort die Handlung seines Schauspiels Hamlet ansiedelte. Aber es sollte noch etwas dauern, bis wir das Kronborg Slot näher betrachten konnten. Ich hatte es nur so gut gesehen, weil es auf einer Landzunge stand. Als Festung bewachte es die Einfahrt in den Öresund, der an dieser Stelle sehr schmal war. Schweden, genauer gesagt Helsingborg liegt nur etwa vier Kilometer entfernt auf der anderen Seite.

Da wir nicht die einzigen Touristen waren, die zum Schloss unterwegs waren, verzichteten wir auf die Besichtigung des Inneren und umrundeten es mit dem Rad. Das macht ja auch nicht jeder, obwohl es sich auf jeden Fall lohnt. Bilder dazu stelle ich, wie immer, in einem gesonderten Bericht ein.

Während der vergangenen Kurzaufenthalte in Dänemark lernte ich zwei leckere Sachen kennen, das dänische Softeis und "Ristet Hotdog". Das Eis hatten wir ja schon geschlemmt und nun wollten wir einen kleinen Imbiss zu uns nehmen. Auf der Suche nach einem Kiosk, wo Pölser angeboten werden, landeten wir im Fährhafen und konnten beim Essen gleichzeitig die Abfahrt und Ankunft der Fähren beobachten. Nach dieser kleinen Stärkung wollte ich mein Akku fürs Rad aufladen und suchten nach einem Cafe. Zu meiner Freude fanden wir eins und ganz toll fand ich, nachdem ich mit meinen mickrigen Englischkenntnissen nachgefragt hatte, ob ich "Energie" für my Bicycle bekommen kann, während ich dort meinen Kaffee trinke, dass der junge Mann mich auf die Stecker am Window hinwies und ich dort sogar kostenlos aufladen darf. Nun, wer mich kennt, weiß, dass ich manchmal nicht die größte Geduld aufbringe. So beschloss ich, dass "vier Balken" reichen und wir unseren Heimweg antreten könnten. Diesmal sollte es quer durchs Land gehen, weil wir dachten, es würde nicht so lange dauern und wir zügig voran kommen würden. Naja, dies war dann wohl unsere letzte Fehlentscheidung. Ging es auf der Strand entlang des Meeres schon immer rauf und runter, war es jetzt noch extremer und was soll ich berichten. Fünf Kilometer vor dem Ziel war mein Akku leer und wer nun meint, ich könnte den Rest des Weges ohne Unterstützung zurück legen, weiß nicht, wie schwer das ist. Auf jeden Fall habe ich meist den Hügel rauf geschoben und bin dann mit Schwung runter und den nächsten Hügel ein Stück wieder rauf gefahren. Trotzdem habe ich natürlich diese Fahrt geniessen können, bringt ja auch nix, wenn ich mich ärgere. Der Flieder duftete so wunderschön und die Weißdornhecken ebenfalls. Und überall sah ich grüne und gelbe Felder. Außerdem hatte ich Urlaub.
Fazit des Sonntages Start 9 Uhr Ende 17 Uhr, dazwischen 81 km gefahren. Ich gestehe, dass es gut war, dass wir diese Fahrt gleich am ersten Tag gemacht hatten, denn nach der Tour am Montag hätte ich mich geweigert. 😉 Aber jetzt wollten wir uns erst einmal erholen und zumindest ich hatte geplant, den Sonnenuntergang zu sehen. Leider waren zu viele Wolken da und ich konnte nicht sehen, wie die Sonne ins Kattegat fiel.

Am Montag wollten wir dann wirklich nur eine kurze Tour machen und wählten als Ziel den Ort Frederiksvaerk. Wir mussten allerdings ziemlich schnell feststellen, dass es auf dieser Insel auch Richtung Westen sehr hügelig war. Frederiksvaerk ist ein netter Ort mit hübschen Häuschen, leider fanden wir das Wikingerdorf nicht, von dem ich gelesen hatte. Nach einer kurzen Verschnaufpause wollten wir wieder zurück fahren. Da ich ja nun wusste, wie weit oder besser wie nah wir waren, habe ich ab und zu die Turbounterstützung gewählt. Für den Nachmittag hatten wir uns dann vorgenommen, auf der Terrasse zu sitzen und die Umgebung und das gute Wetter zu genießen. Außerdem konnte ich abends endlich einen wunderschönen Sonnenuntergang sehen.

Am Dienstag war Autofahren angesagt, wir wollten ja einiges besichtigen und hatten nicht vor, völlig ausgepowert die Orte aufzusuchen. Als erstes Ziel stand Hillerod mit dem Schloss Frederiksborg auf dem Plan. Das war eine gute Entscheidung. Obwohl wir schon kurz nach halb 10 dort waren, staunten wir über die Masse der asiatischen Touristen, die sich dort in Gruppen tummelten und es sollten später noch mehr werden.
Frederiksborg ist ein Wasserschloss, das auf drei Inseln gebaut wurde. Ich war sehr beeindruckt von der Größe und der Lage des Schlosses. Der anschließende Barockgarten konnte mich ebenfalls begeistern. Als dann immer mehr Touristen eintrafen, haben wir uns wieder auf den Weg gemacht. Wir wollten nach Frederikssund, was am Roskildefjord liegt. Dort fanden wir eine nette kleine Fußgängerzone und ein großes Einkaufszentrum, ansonsten aber nichts Besonderes. Deshalb fuhren wir zügig weiter nach Hundested, was am Eingang des Roskildefjordes liebt. Dort waren wir von dem kleinen Hafen beeindruckt. Dort fahren die Fähren nach Rörvig ab, was auf der anderen Seite des Fjordeinganges liegt. Im Hafen von Hundestet liegen aber auch noch jede Menge Segelschiffe und das Angebot an Restaurants ist sehr groß. Ganz begeistert hat uns der Anblick vieler kleiner Hütten, die allerdings alle geschlossen waren. Es sah so aus, als würden dort Künstler ihre Werke zeigen und auch verkaufen. Wir konnten dann leider nur einen Blick auf die ausgestellten Sachen in den Fenstern werfen, was vielleicht für die Urlaubskasse ganz gut war. Wir wollten jetzt dann auch unsere Heimreise antreten, unterwegs noch etwas Obst und Getränke kaufen und uns dann auf unseren Terrassen sonnen. Allerdings zogen reichlich Wolken auf, es gab ein einmaliges Donnern und zehn Minuten Regen. Danach war alles wieder gut und mein Abo auf Sonnenuntergänge bestand ebenfalls noch.

Der Mittwoch startete, was das Wetter betraf, nicht so gut. Graue Wolken hingen tief überm Meer und es war sehr, sehr stürmisch. Laut Wettervorhersage sollte es allerdings mittags wieder schön werden und ich wollte es kaum glauben, der Wind trieb die grauen Wolken weg und der Himmel erstrahlte in einem wunderschönen Blau, das alles passierte innerhalb weniger Minuten.
Für diesen Tag hatten wir geplant, dass wir noch einmal, diesmal mit dem Rad, nach Gilleleje fahren. Bei der Durchfahrt Richtung Helsingör hatten wir schon einige hübsche Häuser sehen können und jetzt wollten wir uns in Ruhe umsehen. Gilleleje liegt am nördlichsten Punkt von Seeland und hat sich mit den alten kleinen Fischerhäusern den Charme eines Fischerortes bewahrt. Begeistert sind wir durch den Ort gegangen und haben Eindrücke gesammelt. Etwas entfernt vom Hafen gibt es eine Fußgängerzone und einer Bank. Dort wollte ich etwas Geld abheben und wunderte mich, dass der Automat meine Karte nicht erkennt. Kein Wunder! Mit einer Gesundheitskarte gibt es einfach kein Bargeld. 😉 Gut, dass ich das so zu sagen rechtzeitig gemerkt hatte, denn am nächsten Tag wollten wir nach Kopenhagen und ich wollte einiges mit meiner Karte bezahlen. Achja erwähnte ich schon, dass ich von den Sonnenuntergängen am Meer begeistert war?

Für Donnerstag stand ein Ausflug nach Kopenhagen auf unserem Plan. Wir wollten mit dem Auto bis Hillerod fahren und dort mit unseren Rädern mit der S-Bahn nach Kopenhagen fahren. Soweit der Plan. Allerdings mussten wir feststellen, dass an diesem Tag nur Ersatzbusse fuhren, warum auch immer. Ein netter Mitarbeiter erklärte uns, dass wir mit den Rädern nicht im Bus fahren können. Aber wir könnten bis Gentofte fahren und dort in die S-Bahn einsteigen. Nun denn, das sollte jetzt ja kein Problem für uns sein. Räder wieder auf den Ständer gepackt und ab nach Gentofte.
Bei der Gelegenheit möchte ich mal erwähnen, dass wir das Gefühl hatten, alle Orte und seien sie noch so klein, sind bestens ans öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Wir haben bei unseren Fahrten sehr viele Bahnhöfe gesehen und wenn es keinen Bahnhof gab, dann fuhr auf jeden Fall ein Bus. Die Dänen haben sich darauf eingestellt, dass viele mit ihrem Rad in weiter entfernte Orte fahren wollen. Auf den Bahnsteigen sind Räder abgebildet, stellt man sich dort hin, dann befindet sich nach Ankunft des Zuges genau dort die Tür zum Abteil, wo die Räder abgestellt werden können. Man steigt also ein und geht zügig in Pfeilrichtung, die in der S-Bahn auf dem Boden gemalt wurden. Das Rad wird abgestellt und später geht es dann Richtung Pfeil zur Tür mit dem Ausgang, so kommen sich ein- und aussteigende Radler nicht in die Quere. Natürlich klappt das auch nicht immer, wenn manche Leute den Sinn nicht verstehen und Lücken lassen, statt diese mit ihrem Rad zu füllen.
Egal, wir sind gut nach Kopenhagen gekommen. Aussteigen wollten wir dort, wo sich die kleine Meerjungfrau befindet. Bei meinem allerersten Besuch in Kopenhagen 1979 konnte ich schon feststellen, dass die kleine Meerjungfrau zurecht ihren Namen hat: Den lille Havfrue, sie ist sowas von lille äh klein, dass sie manchmal übersehen wird, wenn sich Massen von fotografierenden Touristen davor tummeln. Und Touristen waren an diesem Tag reichlich unterwegs. Wir hatten eigentlich geplant, die Langelinie entlang bis zum Nyhavn zu fahren. Ein wunderschöner Radweg entlang des Hafenbeckens, was allerdings vielen Fußgängern auch gefallen hat. So kamen wir leider nicht gut voran. Auf einmal hörte ich in der Nähe lautes Knallen, was ich noch nicht richtig zuordnen konnte. Als wir dann Richtung Nyhavn abbogen, konnten wir sehen, was los war. Es schwebte eine gelbe Wolke über dem Hafenbecken und eine Menge Leute mit gelben T-Shirts bekleidet, bevölkerte die Straße. Schnell machten wir uns aus dem Staub, denn wir konnten noch nicht einordnen, was dort los war. Wir wollten als nächstes vom Rathausplatz und konnten vorher auf der Ströget, der berühmten Fußgängerzone bummeln. Fahren mit dem Rad war dort nicht erlaubt und wäre auch gar nicht möglich gewesen. Dann gab es die nächste Überraschung, auf dem Rathausplatz trafen wir auf eine ebenfalls große Menge Leute, die allerdings weiß T-Shirts anhatten. Dank Google konnte ich dann feststellen, dass an dem Tag ein Pokalspiel stattfinden sollte und zwar trafen zwei Mannschaften aufeinander, die sich nicht gerade liebten, aber beide zu Kopenhagen gehörten: FC Kopenhagen gegen Bröndby. Naja, wir dachten uns, irgendwann müssen sie sich alle ja mal zum Stadion begeben und dann kehrt hier Ruhe ein. So war es denn auch, allerdings hinterließen diese "Fans" eine Spur von Dreck. Wir hatten dadurch aber einen ganz tollen Platz gefunden, wo wir einkehren konnten. Am Israels Plads befinden sich einige Hallen, in denen für das leibliche Wohl gesorgt wird. Wir hatten den Eindruck, dass es in der einen Halle herzhafte und in der anderen süße Angebote gibt. Nach einer nachmittäglichen Stärkung mit Kaffee und Kuchen konnten wir ohne Zwischenfälle nun doch zum Nyhavn fahren und dann uns langsam wieder Richtung Bahnhof begeben. Unser Ausflug ist zwar etwas anders ausgefallen, als wir es uns gedacht hatten, aber wir konnten zumindest feststellen, dass es in dieser Stadt wirklich sehr gute Radwege gibt. Auf dem Rückweg haben wir fürs Abendessen eingekauft, denn wir wollten es uns so richtig gemütlich machen und den Tag angenehm ausklingen lassen. Hüstel, ich glaube, ich habe schon mehrmals erwähnt, dass ich vom Sonnenuntergang begeistert war. Auch an diesem Tag gab die Sonne alles!

Am Freitag stellten wir fest, dass es um uns herum immer voller wurde. Anscheinend haben sehr viele den Brückentag nach dem Feiertag genutzt und sind ans Meer gefahren. Andauernd kamen Leute Eis schleckend an unserer Terrasse vorbei. Längst war ich nicht mehr alleine, wenn ich am Strand fotografieren wollte. Am Abend zuvor fand ein regelrechter Sonnenuntergangstourismus statt.

Für uns war es der letzte Tag in Dänemark und den wollten wir ganz in Ruhe genießen. In der Nähe hatten wir eine Dünenlandschaft entdeckt, zu der wollten wir fahren und dort an den Strand gehen. Wir dachten, es wäre eine Dünenlandschaft, aber inzwischen wissen wir, dass dieses Stück Land Naturschutzgebiet ist. Auf den Hügeln soll die Heide wachsen, was mir allerdings nicht aufgefallen ist. Aber die Hügel und Täler auf diesem 35 Hektar großen Gelände wurden während der letzten Eiszeit gebildet und das sah durchaus interessant aus.
Durch diese hügelige Landschaft gibt es ja auch reichlich Steilküsten und hier sollten wir eine ganz tolle finden. Schwalben hatten ihre Nester in der Lehmsteilküste gebaut und flogen emsig durch die Gegend, aber noch anderes flog in der Luft herum.
Ich war ganz überrascht, dort Paragleiter zu sehen. Aber anscheinend haben sie da an der Küste reichlich Aufwind und können dort wunderbar fliegen. Auf jeden Fall hat es sehr viel Spaß gemacht, ihnen zuzuschauen. Zunächst oben auf der Steilküste und später dann vom Strand aus. Denn ich wollte die Gelegenheit ja auch nicht ungenutzt lassen und ein weiteres bzw letztes Mal barfuß über den schönen Sandstrand zu gehen. Das Wasser war arg kalt und es hat mir gereicht mal  mit den Füßen rein zu gehen.
Tja, unsere Woche war fast zu Ende. Es bedeutete, alle Sachen wieder einzupacken und alles für die Abreise am nächsten Morgen bereit zu stellen. Allerdings sollte unser Urlaub ja noch nicht zu Ende sein, denn wir hatten einen Aufenthalt auf Fehmarn geplant und freuten uns auf die Insel, die im Verhältnis zu Seeland tatsächlich Flachland ist. Da ich schon öfter von Fehmarn berichtet habe, werde ich mich auf das Zeigen von Bildern beschränken.

Erwähnen möchte ich nur, dass die Rückfahrt sehr angenehm war. Bei schönstem Wetter sind wir in Rageleje gestartet, haben eine Fähre eher erwischt, als erwartet und waren am frühen Nachmittag wieder auf Fehmarn, wo es sehr warm war und wir den Wind von Dänemark vermissten.


Etwas möchte ich noch erwähnen, da es in meinem Bericht etwas untergegangen ist oder von mir nicht geschrieben wurde. Die vorhandenen Radwege waren immer sehr gut angelegt.  Wenn es keine gab, war es aber kein Problem auf der Landstraße zu fahren.
An unwahrscheinlich vielen Häusern ist uns das Schild mit der Aufschrift "Til salg" aufgefallen. Wir waren wirklich sehr erstaunt, dass so viele zum Kauf angeboten wurden. Wobei man hier wissen muss, dass Ausländer zwar Sommerhäuser mieten aber auf keinen Fall kaufen können/dürfen. Und es gibt nicht mehr so viele interessierte Dänen, die ein Haus kaufen wollen. Dies könnte ein großes Problem werden, was die Dänen mal lösen müssen, weil viele Besitzer ihre Häuser nicht mehr loswerden.
Für uns aus dem Rheinland war dann auch besonders interessant die Pflanzenwelt zu beobachten. Wir kennen das ja schon, wenn wir im Frühjahr nach Fehmarn fahren, erleben wir manche Blütezeiten zweimal. Bei uns ist vieles schon verblüht und auf Fehmarn können wir das alles noch einmal genießen. Ein Beispiel sind die Rapsfelder, bei uns standen sie Anfang Mai in voller Blüte und waren verblüht als wir in Urlaub fuhren. Auf Fehmarn hatte das Rapsblütenfest statt gefunden und auf Seeland wurden die Rapsfelder gerade erst so richtig gelb. Diesmal hatten wir also die Möglichkeit drei mal etwas zu genießen, ähnlich war es beim Flieder und Weißdorn. Wir waren natürlich begeistert. Allerdings vermisste ich in Dänemark etwas und später fiel es mir dann ein, die Mohn- und Kornblumen waren noch nicht erblüht, die so genannten I-Tüpfelchen fehlten mir. Es war alles so grün und ziemlich langweilig, die gelben Rapsfelder gab es dort oben nicht so häufig, wie an manch anderen Orten, was jetzt aber nichts bedeuten soll, vielleicht wurde wegen des Fruchtwechsels genau in diesem Jahr etwas anderes angebaut.

Wer es bis hierhin geschafft  und alles gelesen hat, war sehr tapfer und ich bedanke mich vielmals für das Interesse. In einem gesonderten Beitrag werde ich einige Bilder vom Dänemarkurlaub zeigen.