Samstag, 21. Februar 2009

Salzburger Land und Burgenland Urlaub 2008


Endlich war er da, der langersehnte Urlaub. Zur Abwechslung mal wieder in Österreich. Vier Jahre waren wir schon nicht mehr in Werfenweng im Salzburger Land. Da wir gerne nachts fahren, sind wir um 2 Uhr nachts gestartet und eigentlich wären wir zur Frühstückszeit dort. Es sind ja nur 800 Kilometer, aber in dieser Nacht war es verflixt. Großer Unfall mit einem LKW, also Stau und das im Dunklen. Kurz danach, Vollsperrung der Autobahn, alles runter und Umwege fahren, Stau, Richtung nächster Auffahrt. Langsam wurde es hell und schnell haben wir eine Ersatzstrecke gesucht und ab ging es. Aber das nervt und hält unnötig auf. So waren wir erst „spät“ da.

Werfenweng ist ein Bergdorf, dort ist Ende der Fahnenstange. Nix geht mehr. Einkaufen kann man nur in einem Tante-Emma-Laden. Also sind wir von der Autobahn aus direkt nach Bischofshofen gefahren und haben das nötigste eingekauft. Das Wochenende war gesichert. Ab ging es dann nach „oben“. Jetzt wurde es komisch für mich. Zu „unserer“ Pension ging es am Ortsanfang immer rechts ab und nun mussten wir weiter bis ans Ende des Dorfes. Erinnerungen der vergangenen Urlaube kamen auf, wie viel Spaß wir dort mit den anderen Gästen hatten. Wie liebevoll unsere Vermieter uns dort immer empfangen haben.

Vergangen, aber nicht vergessen. Also ab durchs Dorf, den Schlüssel abholen. In der Pension, wo uns der Schlüssel ausgehändigt wurde, wohnen ab und zu alte Urlaubsbekannte, wir hätten dort auch hinfahren können. Aber keine andere Pension hätte es uns recht machen können. Außerdem hatten wir dort nur einen Blick auf den Berg des Talabschlusses, ne das wollten wir ja nicht. Schnell Anmeldung ausfüllen, Schlüssel nehmen und sich die Wohnung zeigen lassen. Dazu ging es dann durchs Dorf wieder zurück. Die Wohnung war klasse. Gefreut hat uns vor allem der Backofen, gibt es den doch selten in Ferienwohnungen. Gut die Spülmaschine ist auch nett, aber das bisschen hätten wir auch mit der Hand spülen können. Aber wenn sie schon mal da ist. Inspektion der Räume abgeschlossen und alles ausgepackt, wir konnten nun mal ein paar Schritte gehen.

Es hat sich in den vier Jahren viel getan. Neue Häuser sind entstanden und wurden auch noch gebaut, während wir da waren. Klasse, morgens um sieben begannen die fleißigen Arbeiter. Naja, wir werden sowieso früh wach, wenn die Zimmer nicht richtig abgedunkelt werden können und so hatten wir dann immer einen schönen langen Tag vor uns. Bei unserem ersten Rundgang wurden wie geschrieben erste Veränderungen bemerkt. Zwei Hotels bieten jetzt für Familien All Inklusiv an. Überhaupt nicht zur Freude der anderen Gasthöfe. Geht doch keiner mehr woanders hin und lässt sich dort bewirten.

Wir waren ja auch nicht oft essen, dazu ist es mir dort einfach zu teuer, aber den Urlaub wollten wir richtig schön starten und haben dann einen schönen Spaziergang zur „Seealm“ gemacht. Vor Jahren wurde in dem Dorf ein Badesee angelegt. Das Bergwasser wurde gestaut und mit Wasserrutsche und so weiter ausgestattet. Dort gibt es eben ein Restaurant mit besagtem Namen. Als erstes wollte ich die Alpenkräuterlimonade Almdudler trinken. Kann man hier ja auch kaufen, aber in der richtigen Umgebung schmeckt es einfach besser. Der Badesee liegt klasse, man kann ringsherum die Berge sehen. Direkt vor der Nase ist ein Berg, von dem die Drachenflieger und Paragleiter starten. An dem Tag war wohl eine sehr gute Thermik, in der Luft flogen sehr sehr viele und es war toll anzusehen, wenn sie oben starten und dann durch die Lüfte gleiten. Der eine kürzer, der andere länger. Jetzt kam so ein bisschen die Müdigkeit durch. Also ab zur Wohnung und ausgeruht.

Abends sind wir noch ein bisschen spazieren gewesen. Das haben wir in unserer Pensionen ja nie so richtig mitbekommen, was abends noch alles im Dorf los war. Wir haben sehr lange auf einer Bank gesessen und einfach nur geguckt. Als es dann frisch wurde und die Sonne hinter dem Berg versunken war, ging es wieder zurück zur Wohnung. Das Wetter war ja klasse und so haben wir dann für den nächsten Tag die erste kleine Tour zum Eingewöhnen geplant.

Oh,oh, junge Gämse kann ich wirklich nicht mehr sagen, da merkt frau doch, dass sie in die Jahre gekommen ist. Und bergrauf hatte ich ja schon immer meine Probleme und es hörte sich bei mir dann auch eher, wie ein altes Dampfroß an…. Nun ja, aber es gehört dazu, zuerst geht es immer ein bisschen rauf und dann wurde es ja eben. Der Weg war sehr schön und von dieser Alm hatten wir wieder eine wunderschöne Sicht auf die anderen Berge und ins Tal. Wie es so beim ersten Tag ist, man hat noch nicht an alles gedacht, Handtuch für den Schweiß, hüstel, liegt in der Wohnung. T-Shirt zum Wechseln, achja, daran müssen wir auch wieder denken. Abends haben wir unsere roten Nasen dann betrachtet. Achja, die Sonne in den Bergen hat doch eine andere Wirkung.

Klasse, aber wir sind schnell wieder drin im Rhythmus. Die Tage wurden ein bisschen geteilt. Morgens einkaufen, weil auch manches Mal die Wolken noch in den Bergen hingen und Nachmittags wurde gewandert. Bei einer anderen Tour, schmale Wege durch den Wald, fiel mir wieder ein, dass ich diese Wege ja hasse. Grummel, grummel. Baumwurzel, quer überm Weg, etwas rutschig rechts den Abhang runter und nichts da, wo ich mich so richtig festhalten konnte. Mein Göga, erholt und fit von der Kur wie ein junger Spund vorne weg und irgendwo zwischen den Bäumen zu sehen und ich an so einer doofen Stelle, die ich nicht mag. Zum Glück gehen wir ja immer mir zwei Stöcken, sonst hätte ich mich geweigert. Also, das Schimpfen nützt ja nix, denn diesen Weg wollte ich auch auf keinen Fall zurück gehen, da wieder rauf, wo ich gerade mühsam runter bin, nix da. Also, Zähne zusammenbeißen und durch. Warum vergesse ich nur immer, wo diese Strecken waren, die ich nicht mochte. Ok, es lohnt sich aber immer diese Wege zu gehen. Eine wunderschöne Alm ist oft das Ziel. Lecker zu trinken gibt es dann auch. Verpflegung hatten wir in Tupperdosen immer dabei, denn es ist mir einfach zu teuer, immer essen zu bestellen.

Nun waren wir ja schon ein paar Tage da, hatten uns eingelebt und auch eingelaufen, also stand dann für den Mittwoch eine größere Tour an. Mit dem Lift ging es nach oben, auf ungefähr 1900 Meter. Leider waren an dem Tag einige Wolken da und wir konnten den Großglockner gar nicht richtig sehen. Aber zum Wandern waren die Wolken gut, denn es sollten um die 30 Grad werden, gut, so hoch oben nicht so heiß, aber die Sonne ist ja eben sehr kräftig. Nachdem wir oben auf der Höhe den trotzdem tollen Rundblick genießen konnten, ging es nach unten. Leider muss ich sagen, dass mehr Wert auf Wintergäste gelegt wird und so war das erste Stück des Weges auch gleichzeitig die Abfahrtstrecke und entsprechend steil. Aber das kannten wir ja und unsere Knie waren das „Abfedern“ ja auch schon von uns gewohnt. Der bereits vorhandene Muskelkater wurde von uns ja auch einfach ignoriert. Der Weg ist einfach nur schön, mal den Ausblick zu diesem Berg, mal zum anderen. Dann habe ich wieder die Wege bewundert, die meine Lieben schon gegangen sind und wo ich schlapp gemacht habe und es in meinem Leben eben nie zum Gipfel schaffen werde. Der Weg ist ein schöner Forstweg zwischen den Almen und Kuhweiden. Ein Glockengeläut ist das da oben, Wahnsinn!! Nach etwas mehr als einer Stunde waren wir bei der Hütte angekommen, die an dem Tag unser Ziel war. Eine Hütte am „Hausberg“ mit Blick auf den Ort, mir gefällt es immer wieder und ich bin eigentlich in jedem Urlaub dort hingegangen.
So, zu früheren Zeiten ist man wieder zum Lift gegangen und konnte damit auch wieder ins Tal fahren. Aber vor ein paar Jahren wurde der Lift umgebaut und führt jetzt eben weiter nach oben. Das hieße für uns, die Abfahrt hoch gehen, ich werde das nie im Leben machen, auf keinen Fall. Ich wüsste jetzt schon, dass ich die letzten Meter auf den Knien kriechen würde. Also wollten wir zu Fuß ins Tal gehen. Wie immer gibt es mehrere Möglichkeiten, einen kurzen, aber sehr steilen und rutschigen Weg, also nichts für mich und dann den längeren bequemen Fortweg. Jeder kann sich denken, welchen ich vorgeschlagen habe. Und das hat uns/mich an dem Tag fertig gemacht. Je tiefer wir kamen, desto heißer wurde es. Wir sahen auch gut aus, gestreifte Waden – haben Wanderer ja meist, wegen der hohen und festen Schuhe und der ¾ langen Hosen – und gestreifte Arme, die T-Shirts gaben nun mal Ärmel und im Top war es mir wegen der Sonne zu kritisch. Meine Wanderschuhe sind sehr gut eingelaufen, ordentliche Wollsocken oder Strümpfe habe ich ja auch immer an, aber diesmal lagen so viele Steine auf dem Weg und unten im Tal hatte ich an jedem dicken Zeh eine Blase und unter jedem Ballen ebenfalls. Wer jetzt lacht, weil er sich meinen eleganten Gang vorstellt, bekommt es mit mir zu tun. Grins. Tja, was tun, erst einmal duschen, die verschwitzten Sachen auf den Balkon gelegt, denn in der Wohnung muss es ja nicht so müffeln und ab nach Werfen, den nächsten Ort mit einer Apotheke. Blasenpflaster kaufen, aber das tat auch so weh. Also erst mal nur mit den guten Birkenstocks durch die Gegend watscheln und für den nächsten Tag einen Ruhetag einplanen.
Zum Glück ist es ja heiß und barfuss in den Birkenstocks war kein Problem. Und wir wollten ja sowieso einen Tag am Badesee verbringen, also war das doch ideal so. Außerdem sollten die Streifen etwas ausgeglichen werden. Sieht zu Hause zwar kein Mensch mehr, aber man hat ja auch einen gewissen Ergeiz.

Mein Mann hatte ja eine große Wanderung geplant, die er gerne ohne mich machen durfte. Ich war auch bereit ihn morgens in aller Frühe zum Berg zu fahren, von wo er aufsteigen wollte. Gesagt – getan. Vor 8 Uhr ging es für ihn los und ich hatte Zeit zum Rumtrödeln. Da ich vorher noch keine Lust gehabt hatte, zu frühstücken, bin ich mal eben zum Tante-Emma-Laden habe frische Brötchen und dicke Zeitung fürs Wochenende gekauft. Ganz entspannt wollte ich den Tag beginnen und dann noch einmal mit dem Lift nach oben fahren, in der Hoffnung, bessere Sicht zu haben. Da ich es auf dem Berg ja genieße, hatte ich auch vor, dort ein paar Stunden zu verbringen, bis ich mit dem Lift wieder nach unten fahren wollte. Das habe ich auch gemacht, aber leider war trotz gutem Wetter doch einiges an Wolken unterwegs.

Für meinen Mann war es schade, denn er hatte ja einen mühsamen Aufstieg vor sich. Abends meinte er auch, vergessen zu haben, wie steil es dort hoch ging, aber er hat es sich vorgenommen und ganz ehrlich, wenn man das Ziel erreicht hat, wird man für sich auch belohnt und wenn es das Gefühl ist, klasse, was ich geschafft habe. Ich kenne das ja auch sehr gut. Nur langsam sage ich immer öfter, nö, das Gefühl kenne ich und muss es an dem Berg nicht mehr unbedingt erleben.

So vergingen die ersten 10 Urlaubstage wirklich wie im Fluge. Abends sind wir öfter mal durchs Dorf spaziert und haben ein Wein oder Sturm oder sonst was Leckeres getrunken. Was ich ja überhaupt nicht mag und mir nie nie im Fernsehen ansehen werde, sind die lustigen Musikanten. Schrecklich!! Aber im Urlaub in der richtigen Umgebung und vor allem live ist es etwas ganz anderes. Wirklich. Nun gibt es auch dort Kapellen, die tu ich mir und meinen Ohren nicht an. Aber an einem Abend spielte die Kapelle des Nachbarortes auf dem Dorfplatz und da wollten wir gerne hin. Früher waren die Tische und Bänke auf dem Platz immer voll und die Leute konnten durch den Verkauf der Getränke auch noch einiges verdienen, aber jetzt bleiben die Leute weg. Es gibt ja schließlich All inklusiv und warum soll man dann noch weggehen und etwas bezahlen. Da kamen doch tatsächlich welche mit dem gefüllten Weinglas in der Hand dorthin! Tut mir leid für die Musiker und auch für die anderen Wirte, die den Leuten jahrelang etwas geboten haben und nun kommt son Unterhaltungsfuzzi und macht alles kaputt. Geärgert hat mich das schon.
Auch an dem Tag, als die Schafe vom Berg abgetrieben wurden. Vor dem Bauernladen, wo die Bäuerinnen ihre Produkte verkaufen wurden Tische und Bänke aufgebaut und eine Köstlichkeit nach der anderen wurde von den Höfen gebracht. Zwei wirklich sehr gute Musiker haben toll gesungen und super Musik gemacht. Aber Touris? Keine Spur, die konnte ich an beiden Händen zählen. Aber gut, die Dorfbewohner haben es sich nicht nehmen lassen und dort von den anderen leckeren Sachen zu essen. Schade ist das schon, aber TUI und wie sie nicht alle heißen, haben das Sagen und die wollen nur die beiden großen Hotels voll haben, alles andere interessiert nicht.
An unserem letzten Nachmittag in Werfenweng waren wir zum Kaffee bei unseren alten Wirtsleuten eingeladen und wenn mein Mann und ich nicht endlich mal aufgestanden wären, hätten wir um Mitternacht noch zusammengesessen und in Erinnerungen geschwelgt. Wie schon mal erwähnt, ich war zum ersten Mal 1972 bei ihnen und seitdem kennen wir uns. Das war wirklich ein schöner Abschluss. Ich hoffe, dass beide sie ist 64 und er 81, noch lange leben und viel von ihrem Ruhestand haben, denn die Jahre, wo sie die Pension auf hatten, waren auch sehr stressig. Die Tochter von ihnen wohnt in Neckenmarkt im Burgenland, also in dem Ort, wohin wir am nächsten Tag fahren wollten. So wurde ich auch gebeten, ein Geschenkbote zu sein. Schnell wurde für Tochter und Enkel ein Tüterl gepackt und mir mitgegeben.

Waren doch am letzten Tag die Berge meist in Wolken verhüllt, so bot uns der Hochkönig am Morgen ein traumhaftes Bild. Im Tal unten schwebten die Wolken und wir oben hatten einen strahlendblauen Himmel. Einfach toll. Allerdings mussten wir ins Tal, weil wir ja ca. 300 Kilometer fahren mussten. Eine lange Strecke war uns auch der Blick auf die Berge verwehrt. Schade, hatten wir doch die Strecke quer durch die Steiermark extra gewählt, weil wir diese Gegend doch nicht kannten und etwas sehen wollten. Aber dann waren die Wolken weg und es begleitete uns ein blauer Himmel. Die Kalkberge wurden auch immer weniger, es waren nur noch grüne große Hügel und hinter dem Semmering wurde es immer flacher. Erstaunlich, wie sich das änderte. Den Semmering mussten wir durch ganz viele Tunnel durchqueren und schwupp, man kommt aus dem Tunnel und alles ist anderes. Wir näherten uns dem Burgenland, das ja wirklich sehr ungarisch angehaucht ist. Das heißt, für mich hat es diese Wirkung. Ungarn kenn ich ja durch einen Urlaub am Plattensee und die Eindrücke, die ich damals dort gewonnen hatte, spiegelten sich hier wieder. Nun sahen wir auch schon einige der Burgruinen, die es dort ja reichlich gibt und gegen Mittag waren wir am Ziel.

Unsere Pensionswirtin empfing uns mit Küsschen rechts und Küsschen links. Dort waren wir nun schon zum 5. Mal. Zimmer bezogen, auspacken brauchten wir ja nicht mehr so viel und da man Mütter meist mittags zu Hause antrifft, haben wir uns auch auf den Weg zu Monika, der Werfenwenger Tochter gemacht. Das Tüterl von Mutter wurde übergeben wir hatten uns auch einiges zu erzählen, denn schließlich kennen wir uns ja auch schon sehr lange. Und schon ging es los, uns wurde ein Teller mit Apfelkuchen hingestellt, leider hätte sie nichts anderes da. Ein Glück, denn wenn man sich anmeldet, gibt es immer so viel, das man oft das Gefühl hat, platzen zu müssen. Nun die Kinder brauchten die Hilfe der Mutter bei den Hausaufgaben und wir sind los und haben uns die Veränderungen in diesem Dorf angesehen. In den letzten 2 Jahren ist nicht so sehr viel passiert. Auch schön, wenn alles beim Alten bleibt.
Unsere Pensionswirtin hat uns diesmal ein kleineres Zimmer als sonst gegeben, aber es war eine sehr große Terrasse dabei und wir konnten uns dort erst einmal ausruhen. Leider gibt es eine sehr gute Küche im Haus und die Düfte erinnerten uns daran, dass wir zu Mittag nur Bütterchen aus der Tupperdose hatten. Also diesmal etwas von der pannonischen Speisekarte und anschließend einen Verdauungsgang durchs Dorf und nachsehen, ob unsere anderen Urlaubsfreunde zu Hause sind. Sie waren es, welch eine Freude – mit Küssen und Drücken – auch hier durften wir Platz nehmen und es wurde erzählt, was so in den letzten 2 Jahren geschehen ist. Schnell wird eine Flasche Rotwein aus dem Keller geholt, wozu hat man eine Tochter, die einen Winzer geheiratet hat. Tochter kam auch mal schnell vorbei, hatte sie doch gehört, dass wir wieder da sind. Schwupp war die Flasche leer und gefragt wurde, was wir so alles geplant haben.
Ein paar Orte weiter gibt es eine wunderschöne Sonnentherme und dort wollten wir am nächsten Tag hin, sollte es doch wieder schön heiß werden. Und es war auch wunderschön. Wir gehen dort immer in den „Silent“ Bereich und genießen das auch. Das Wasser ist „pipiwarm“ ewig kann man sich drin aufhalten und einfach abschalten. Als wir auf unseren Liegestühlen lagen, plätscherte das Wasser so am Rand, dass wir das Gefühl hatten, am Meer zu sein. Dort haben wir so richtig rumgetrödelt und anschließend ging es in einen größeren Ort zum Bummeln und Hunger hatten wir auch.

Wir hatten nach einem Heurigen Ausschau gehalten. Bei uns gibt es in den Weingebieten ja Straußenwirtschaften, dort sind die geöffneten Heurigen auch Buschenschänken durch kleine aufgehängte Büsche an den Eingängen gekennzeichnet. Bei uns kenne ich den ersten Wein ja als Federweißen oder Suser, je nach Region. Dort heißt er „Sturm“ und ist leider auch sehr süffig.

Unsere Freunde hatten für den nächsten Abend einen Besuch in einer Buschenschänke mit uns geplant. Morgens wollten die Männer eine Radtour machen. Da die auch immer sehr extrem sind, habe ich für mich eine eigene kleine Tour durch die Weinberge geplant. Ich war dann auch 2 Stunden mit dem Rad unterwegs. Es war sehr schön. Leider gibt es dort auch einige Hügel, wo ich dann lieber mein Rad geschoben habe. Dafür ging es immer sehr flott runter. Leider haben die Winzer in diesem Jahr sehr viel Pech mit dem Wetter gehabt. Im Juli hatten sie einen schlimmen Hagelschlag und fast 70% der Trauben sind hin. Es sah richtig traurig in den Weinbergen aus. Ich muss nächste Woche mal nachfragen, denn unser bevorzugter Winzer wollte diese Woche mit dem Lesen beginnen.
Nach meiner schönen Radtour, die ich sehr entspannend fand, wollte ich mit der Frau unseres Urlaubsfreundes einen Bummel in Ungarn machen. Ich hatte noch Zeit mich etwas auszuruhen, bevor wir uns treffen wollten. Da kam auch schon mein Mann zurück, die Männer hatten 70 Kilometer gestrampelt und waren fertig mit ihrer Runde. So hat mein Mann entschieden, dass er schnell duschen und dann mit nach Ungarn wollte. Denn ich sollte auf jeden Fall in einen der Pflanzencenter, weil wir einen weißen Oleander mit nach Hause nehmen wollten. So hatte er die Möglichkeit, den Oleander mitauszusuchen. Das Klima im Mittelburgenland ist ja einfach traumhaft, wir haben über die Pracht der Blumen in den Dörfern gestaunt, die wir vor den Häusern bewundern konnten. Und weiße Oleander haben wir hier noch nicht entdeckt. Leider waren die gelben zur Zeit nicht vorrätig. Noch ein Grund mehr, wieder ins Burgenland zu fahren.
Von Neckenmarkt aus fährt man Richtung Deutschkreuz, wo der Grenzübergang nach Ungarn ist. Das sind nur ein paar wenige Kilometer. Witzig ist ja, dass wir vor 23 Jahren, als wir Urlaub am Plattensee gemacht haben, genau dort über die Grenze gefahren sind und dort auch sehr lange im Stau standen, denn es war ja bekanntlich immer viel los. Lange Wartezeiten wegen der gründlichen Kontrollen und so weiter. Vor ein paar Jahren musste der Personalausweis vorgezeigt werden und vor allem die Österreicher haben sehr gründlich kontrolliert, ob nicht etwa Menschen rübergeschmuggelt wurden. Das ist wirklich wahr, jeder musste seinen Kofferraum öffnen, denn als Ungarn noch nicht in der EU war, war das die Außengrenze der EU und dort fand aktiver Menschenschmuggel statt.
In diesem Jahr waren die Grenzstationen wie ausgestorben. Keiner hat sich mehr dafür interessiert, wer hin und herfährt. So ging es sehr flott und wir waren in Sopron, der früheren Hauptstadt des Burgenlandes. Mittlerweile fanden wir das Parkhaus sehr gut, wo wir gerne unser Auto abstellten, weil es dort gut aufgehoben war. Eine schmale Gasse führte von der Garage zur Hauptstraße und diese Gasse mag ich sehr, denn sie hat einen besonderen Flair. Kleine Geschäfte, ein Cafe, wo wir natürlich erst einmal Platz nehmen mussten und „gucken“ konnten. Viel hatten wir ja nicht vor, ein bisschen bummeln und hier und da mal schauen. Eine Runde durch die schöne Altstadt und weiter ging es zum Pflanzencenter. Ach, was hat uns da alles gut gefallen. Leider ist unser Auto ja etwas klein, was das Mitnehmen betrifft. Auf jeden Fall haben wir nun einen kleinen weißen Oleander. Mal sehen, wie es ihm hier bei uns gefällt.

Nach dem Ausflug nach Ungarn war ja ein Besuch in einer Buschenschänke geplant. Es ist eine besondere Atmosphäre dort. Auf jeden Fall war es für diesen Tag ein sehr schöner Abschluss. Abends wussten wir noch nicht, was wir an unserem letzten Vormittag unternehmen sollten, das Wetter wollten wir ganz einfach abwarten. Denn angesagt war eine Wetterverschlechterung. Aber die Sonne schien und so entschlossen wir uns zu einem Ausflug nach Podersdorf an den Neusiedler See. Das ist ja die Touristenhochburg dort und das wollten wir uns einfach mal ansehen. Wir hatten die Wahl von unserem Ort aus einmal fast um den ganzen See zu fahren, oder die Abkürzung durch Ungarn zu nehmen. Nach der Erfahrung des vergangenen Tages, keine Grenzkontrolle mehr und so, hatten wir beschlossen durch Ungarn zu fahren. Diese Gegend kannten wir auch noch nicht und es war so gesehen auch sehr interessant. Viele Gebäude des Fürsten Esterhazy gibt es ja in dieser Gegend und auch die Dörfer sehen wir uns immer gerne an. So war es zum See nicht sehr weit und wir waren relativ schnell da. Podersdorf scheint schön zu sein, aber wir möchten dort auf keinen Fall während der Hauptsaison sein. Ich kann mir vorstellen, dass es dort sehr laut und voll und auch teuer ist. Was uns auf der Fahrt aufgefallen ist, dass sehr sehr viele Radfahrer unterwegs waren. Es sind aber auch sehr schöne Radwege angelegt und in Podersdorf gibt es eine Personen- und Radfähre, die rüber nach Rust fährt. So können sehr schöne Fahrten geplant werden. Der Ausflug hat sich auch in anderer Hinsicht gelohnt. Unsere Tochter, die vor Jahren mit uns im Burgenland war und auch bei der Lese geholfen hat, hat sich eine Flasche Most als Mitbringsel gewünscht. Nun gibt es frischen Most erst dann, wenn die Weinlese begonnen hat und die Winzer in unserem Dorf wollen ja erst beginnen. Am See gibt es ja meist weißen Wein, der auch sehr süß ist und die Winzer beginnen mit dieser Lese meist eher als die anderen. Auf jeden Fall stand am Straßenrand ein Verkaufsstand mit den Angeboten den Winzerbauers und wir konnten ihr die Freude machen und Most mitbringen.
So war der Vormittag auch schon wieder rum und für den Nachmittag stand eine Fahrt durch die Neckenmarkter Weinberge auf dem Programm. Unser Freund hat sich einen Trecker mit Hänger geschenkt, sozusagen einen Jugendtraum erfüllt. Mit diesem Gefährt macht er mit Frau und Enkel oft Ausflüge. Das macht ja auch Spaß. Also sind wir alle los und in die Weinberge gefahren. Bei der Gelegenheit durften wir uns auch Trauben abschneiden, die wir mit nach Hause nehmen wollten. Die Trauben sind sehr lecker und süß. Auch damit konnten wir unserer Tochter eine große Freude machen, die ja doch etwas traurig war und eigentlich doch gerne mitgefahren wäre.

Nun näherte sich unser letzter Abend und die große Weinkisteneinpackaktion stand an. Unsere Freunde zu Hause wissen den guten Tropfen unseres bevorzugten Winzers auch sehr zu schätzen und hatten uns einen großen Wunschzettel mitgegeben. In weiser Voraussicht hatten wir ja schon die hinteren Sitze unseres Autos zu Hause gelassen und nun konnte gepackt werden. Schnell erzählt, wir haben die Riesenmenge unterbringen können, aber damit wären wir niemals nach Hause gefahren. Schließlich sind es 1.100 Kilometer und das wollten wir unserem Auto nicht antun. Aber wir hatten ja nur die Strecke bis Wien vor uns, wo wir am nächsten Abend mit dem Reisezug nach Hause starten wollten.

Wieder war die Wettervorhersage sehr schlecht aber oh Wunder, in Wien hatten wir super Wetter! Da wir beide ja keine Langschläfer sind, hatten wir schon früh unser Auto fertig gepackt. Um 8 Uhr gab es Frühstück und nach dem netten Abschied von unserer Wirtin ging es dann los. Schön vorsichtig und langsam. Erstaunlicherweise haben wir den Westbahnhof sofort gefunden. Ich hatte mir zwar alles auf der Karte angesehen, aber oft steht auf den Hinweisschildern doch anderes. Auch wusste ich, dass mich vor 2 Jahren immer der Hinweis „Favoriten“ irritiert hatte. Nun weiß ich, dass ein Stadtteil so hieß, also habe ich das einfach ignoriert und jetzt wussten wir ja auch, dass Schloß Schönbrunn ganz in der Nähe liegt und ich ging davon aus, dass es dorthin auf jeden Fall Hinweisschilder geben würde. Also erreichten wir den Westbahnhof auch schneller als gedacht und nun hieß es nur noch die Einfahrt zu dem Parkhaus direkt neben der Verladestelle zu finden. Denn lieber wollten wir einen höheren Betrag für die Parkgebühren zahlen, als unser vollbeladenes Auto einfach an den Straßenrand zu stellen. Als Großstadtkinder fiel es uns dann auch nicht schwer, eine Fahrkarte für den Tag zu ziehen und los ging es. Auf unserem Plan stand diesmal das Hundertwasserhaus. Und ich muss sagen, der Weg hat sich gelohnt, es ist sehr interessant anzusehen.

Mittlerweile rückte der Uhrzeiger auf Mittag und wir wollten uns ein Platz suchen, wo wir essen konnten. Aber auf unserem Weg mit Straßenbahn und zu Fuß kamen wir erst einmal am Stephansdom vorbei, der immer noch eingerüstet ist. Schön war der Bummel durch die Fußgängerzone. Die Häuser und Balkone hatten es mit auch angetan. Langsam verschwanden auch die Wolken und wir konnten Wien bei strahlend blauem Himmel genießen. Vom letzten Mal wussten wir, dass direkt am Westbahnhof die Maria-Hilfer-Straße vorbeiführt. Eine sehr lange und interessante Einkaufsstraße. Dort haben wir dann auch den Nachmittag verbracht. Mittagessen, Espresso trinken oder einfach nur auf einer Bank sitzen und die Leute ansehen. Das war überhaupt das tollste. Man hätte Eintritt bezahlen müssen, soviel wurde uns dort geboten. Aber auch der Nachmittag ist mal rum und wir mussten zum Auto und uns zur Verladestelle begeben. Um 19 Uhr durfte unser Auto auf den Zug und wir konnten auch zu unserem Liegwagen gehen. Kurz vor 20 Uhr war dann die Abfahrt. Da es ja relativ früh dunkel wurde und wir auch unsere Plätze „oben“ hatten, konnte ich gar nicht mehr aus dem Fenster schauen und etwas von der Gegend sehen. Entspannt ist diese Art der Fortbewegung ja und ich würde das immer wieder machen, aber so richtig zum Schlafen kommt man ja nicht. Auf jeden Fall kam mir die Nacht nicht unendlich lang vor und im Nu war es 7 Uhr und wir waren wieder zu Hause. Vorher gab es im Zug noch ein Frühstück, wer noch weitere Strecken bis nach Hause fahren musste, freute sich auf den Kaffee und die Semmel. Aber ich hatte nur Lust meinen Tee zu trinken und später zu Hause in Ruhe zu frühstücken.

Tja, so sind 14 Tage, auf die ich mich so gefreut hatte so schnell vorbei gegangen. Aber wir hatten ja keinen Streß gehabt. Das schöne ist ja, wenn man zu Orten fährt, die schon bekannt sind, hat man nicht diesen „Besichtigungsstreß“ und kann alles wirklich in Ruhe genießen. Schaffe ich es nicht, diesen Ausflug zu machen, ist nicht schlimm, dort war ich ja schon. Es wäre „nur“ eine weitere Auffrischung der Erinnerungen gewesen. Es gibt kaum noch Stellen, die man nicht kennt und wo man „unbedingt“ mal hin wollte. Also macht es nichts, wenn man einfach nur auf einer Bank sitzt und guckt. Wir hatten bei unseren Spaziergängen eine Stelle, wo wir gerne gerastet haben. Morgens haben wir auch gerne in aller Ruhe die Tageszeitung vor Ort, also die Salzburger Nachrichten gelesen. Uns interessiert es, was es dort so zu berichten gibt, welche Sorgen oder Probleme haben die Leute dort. Als wir dort waren, fing nach und nach in verschiedenen Bundesländern die Schule wieder an. Es gab große Aufregung, was das alles kostet. Manche Lehrer oder Schulen haben darauf bestanden bestimmte Schulsachen von teuren Herstellern zu kaufen. Hier achten wir ja auch auf den Preis und es gibt zu Schulbeginn genug Sonderangebote. Auch stehen bald Wahlen in Österreich an und wir haben gehört, dass viele nicht zur Wahl gehen wollen, weil nach ihrer Meinung alle gleich schlecht sind. Auch gab es viel Diskussion über die riesigen Wahlplakate, die überall rum standen und oft auch für die Autofahrer sehr störend standen. Nun und ab und zu gab es ja auch mal etwas Erwähnenswertes aus Deutschland zu lesen. Aber damit wollte ich mich nicht unbedingt beschäftigen, nur so ein bisschen auf dem Laufenden bleiben.

Wir wissen nicht, wann wir mal wieder nach Österreich fahren, aber fest steht, dass wir auf jeden Fall noch einmal fahren werden, denn in der Ferienwohnung hat es uns gefallen und im Burgenland planen unsere Freunde auch den Ausbau von Ferienwohnungen.