Mittwoch, 3. Juni 2015

Mallorca 2015 - Bericht

In diesem Jahr war es endlich soweit. Ich sollte Mallorca kennen lernen. Die meisten meiner Freunde und Bekannten waren schon mal auf der Insel, sollte ich jetzt eine Bildungslücke schließen können? Auf jeden Fall war ich sehr gespannt.

Wie ich es gewohnt bin, habe ich mich im Vorfeld natürlich sehr gut vorbereitet und auch einen entspannten Flug um 11 Uhr gebucht. Allerdings war AirBerlin anderer Meinung und teilte irgendwann mit, dass der Flug auf 6.20 Uhr vorverlegt würde. Hm, also nicht ganz so entspannt, aber immerhin wären wir auch viel eher dort und hätten mehr vom Tag.

Als dann der Tag des Abfluges da war, war ich ganz schön müde, denn etwas Reisefieber hatte ich doch und in der Nacht wenig geschlafen und dann war der Flug zu allem Überfluss auch noch sehr holprig. Wäre es eine Straße gewesen, würde ich behaupten, dass sie schlecht geteert war. Wir hatten extrem starken Wind und der Pilot musste einen großen Bogen fliegen. Sehen konnte ich auch nichts, denn dicke Wolken hatten uns auf der gesamten Flugstrecke begleitet. Auf jeden Fall sind wir gut gelandet und erfreulicherweise dauerte der Flug nur etwas über zwei Stunden.

Der Flughafen von Palma ist riesig und man muss lange Strecken zurück legen, was aber auch den Vorteil hatte, dass wir fast gleichzeitig mit dem Gepäck am Band ankamen und somit langes Stehen und Warten vermeiden konnten. Im Vorfeld hatte ich einen Tipp zu einer Autovermietung bekommen, die nicht "leicht" zu finden war. Darüber war ich sehr dankbar, denn wir sahen die wahnsinnig langen Schlangen vor den bekannten Autovermietern und waren froh, dass wir uns dort nicht anstellen mussten.  So hatten wir dann auch sehr schnell unser Auto und konnten starten.

Die Strassen am Flughafen waren sehr gut beschildert, so haben wir sehr schnell die richtige gefunden und waren dann auch überrascht, wie schnell wir am Ziel, Alcanada, waren. Kannten wir doch ganz andere Strecken. Aber wir sollten noch feststellen, dass wir für einige Ausflüge sehr lange brauchen würden. Auf jeden Fall freuten wir uns, dass wir das Aparthotel sehr schnell gefunden hatten und glücklicherweise war auch schon alles fertig und wir konnten bereits vormittags in unser Appartement. Von unserem Balkon hatten wir eine traumhafte Sicht und während der nächsten Tage hatte ich häufig die Gelegenheit tolle Fotos zu machen. Die Bilder können alle in einem separaten Beitrag betrachtet werden.

Der kleine Ort Alcanada liegt oberhalb des Hafens von Alcudia, dem Port d' Alcudia. Beide Orte konnten wir in kurzer Zeit erreichen. Wobei es uns in Alcudia sehr viel besser gefallen hat. Als Selbstversorger wollten wir einkaufen und auch gleich etwas durch die Gassen der Stadt bummeln. In einer kleiner Nebengasse entdeckten wir eine Tapas Bar und dort haben wir dann so richtig unseren Urlaub gestartet. Inzwischen hat der starke Wind die vielen Wolken vertrieben und alles sah sofort viel freundlicher aus.

So konnten wir am Sonntag bei bestem Wetter unseren Ausflug ans Cap Formentor machen. Als Frühaufsteher waren wir entsprechend früh unterwegs, was eine gute Entscheidung war. Denn die engen kurvigen Straßen waren zu dem Zeitpunkt noch relativ "leer". Allerdings waren reichlich Radfahrer unterwegs und ich überlegte mir, wenn ich für jeden Radler einen Euro bekommen würde, wäre damit der Urlaub finanziert. Etwas später ging ich sogar auf 50 Cent runter, ich wollte es ja nicht übertreiben und gierig sein. Allerdings quälten sich die Radler ganz schön auf der langen Serpentinenstrecke zum Cap und Leuchtturm, zumal es immer noch sehr windig warm, aber jetzt angenehm warm. Auf jeden Fall hat sich die Fahrt zum Leuchtturm mit Stopp an den Plätzen mit traumhaften Aussichten gelohnt. Ich war  überrascht, wie steil es an den Ufern ist, hatte ich doch mit mehr Stränden gerechnet.  Für diesen Tag hatten wir uns eigentlich zwie "Caps" vorgenommen, wohnten wir doch auch auf einer Halbinsel, von deren Ende wir uns eine sehr schöne Sicht versprachen. Aber leider war immer noch ein Teil gesperrt, obwohl sich dort anscheinend keine Truppen mehr aufhalten sollten. Für Wanderer war das Gebiet allerdings frei gegeben und wir stellten fest, dass von einem Parkplatz aus, sehr viele Wanderer starteten. Uns stand jetzt allerdings mehr der Sinn nach einer Tasse Kaffee und dabei mussten wir feststellen, dass vieles noch gar nicht geöffnet hatte. Was uns schon etwas wunderte, denn es waren dort reichlich Urlauber unterwegs. Ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass es an der Vorsaison liegen sollte, denn wir hatten am Tag davor ja mitbekommen, wie viele Urlauber auf der Insel angekommen sind. Nun, wir fanden dann am Hafen von Bon Aire eine hübsche Bar und waren anschließend echt überrascht, wie "wenig" wir für einen Cafe Americano und Latte Macchiato zu zahlen hatten, nämlich "nur" 3,20 Euro, das waren wir gar nicht gewohnt.

Am Montag stand ein weiterer Ausflug auf dem Programm, wir wollten zum Torrent de Pareis, was an der Westküste liegt. Dafür mussten wir das Tramuntana Gebirge überqueren, was sehr eindrucksvoll ist. Immer wenn ich dachte, nach der nächste Kurve könnte ich das Meer sehen, musste ich feststellen, dass ein weiterer Berg vor uns lag. Da wir wieder sehr zeitig unterwegs waren, konnten wir uns "unten" in Ruhe alles ansehen. Sehr beeindruckend sind die hohen Felsen und wir winzigen Menschen dagegen, die ihre Füße ins Wasser halten wollten. Vom Hafen gab es nur einen schmalen Zugang durch einen Tunnel in die Schlucht, was vielleicht nicht jedermanns Sache ist. Nach einer weiteren preiswerten Kaffeepause wollten wir wieder die Serpentinen nach oben fahren. Inzwischen war wesentlich mehr los. Die Radfahrer freuten sich, dass sie sich eigentlich nur bremsen mussten, denn die Straße war 14 km lang und es gab 12 Haarnadelkurven. Am beeindruckensten war allerdings der so genannte Krawattenknoten, die Planung und der Bau dieser Straße war in meinen Augen ein Meisterwerk. Bewundert habe ich auch die vielen Busfahrer, obwohl sie die Strecke wohl oft fahren, ist es doch immer wieder eine Herausforderung. Uns kamen auf jeden Fall reichlich Busse, entgegen und wir waren froh, diesem Ansturm entgehen zu können.
Da wir sehr gut in unserem Zeitplan lagen, wurde spontan entschlossen, in das 22 km entfernte Sóller zu fahren. Eigentlich hatten wir geplant, mit dem Zug, dem "roten Blitz" von Palma aus dorthin zu fahren. In Sóller haben wir ziemlich schnell die Haltestelle der Straßenbahn gefunden, mit der wir nach Port Sóller fahren wollten. Die Fahrt hat sich gelohnt, innerhalb von 20 - 30 Minuten bringt die Bahn die Touristen von einem Ort zum anderen. Die Fahrt ging vorbei an vielen Orangen- und Zitronenbäumen. Die Gegend dort ist bekannt für den Anbau, durch das Gebirge herrscht dort ein besonderes Klima. Gemerkt haben wir dies auch, denn  es war dort nicht so windig und ich fand, dass die Hitze sich dort staute. Port Sóller ist sehr schön anzusehen, der breite Strand lud viele Sonnenhungrige ein. Die vielen Bars und Restaurants direkt am Hafen hatten ausreichend damit zu tun, den Durst und Hunger zu stillen. Nach einem kleinen Imbiß und Bummel am Hafen ging es dann wieder zurück nach Sóller. Unterwegs überholten wir reichlich Radfahrer, Inliner, sowie Roller und Motorräder. Es war viel los auf der Straße.
In der Sendung des WDR "Wunderschön Mallorca"  hatte ich den Hinweis bekommen, im Ort Sóller ein Orangeneis zu essen, was wir auch machen wollten. Da uns noch eine lange und kurvenreiche Heimfahrt bevor stand, haben wir uns dann auf den Heimweg begeben. Ich glaube, mein Mann hätte ein Kurventrauma bekommen, wenn wir auch am nächsten Tag solch eine Strecke gefahren wären.

Deshalb stand am Dienstag eine Fahrt entlang der Bucht von Alcudia auf dem Plan. So schön es dort auch sein mag, wir entdeckten jetzt allerdings die Touristenhochburg, was uns gar nicht gefällt. Trotzdem waren wir neugierig auf einige Orte, die von vielen Urlauben gewählt werden. Zumindest sehen wollten wir sie. Cala Ratjada hat einen netten Hafen, wo man sich ausruhen und "gucken" kann. Dort ist wohl immer etwas los, allerdings war es dort auch noch sehr ruhig. Als nächstes stand Artá auf dem Programm. Von dem Ort haben wir allerdings wenig gesehen, denn es war Markt und dementsprechend sehr voll. Jetzt wussten wir auch, warum wir in Cala Ratjada so wenig angetroffen hatten. Sie schienen alle hier zu sein. Da es dort sehr voll war und inzwischen das Wetter immer schlechter wurde, es fielen Regentropfen und der Wind wurde immer kälter, haben wir uns sehr schnell wieder auf den Heimweg gemacht.

Auch am Mittwoch sah es nicht sehr schön aus, viele graue Wolken hingen über der Bucht. Aber das sollte uns nicht davon abbringen nach Sineu zu fahren, dort soll der größte Markt der Insel stattfinden. Das Gefühl hatte ich dann auch. Gleichzeitig konnten wir feststellen, dass viele Händler von Ort zu Ort fahren, was für sie ja auch sinnvoll ist. Auf jeden Fall hatten wir einige, die in Artá waren, dort auch wieder angetroffen. Sineu ist ein hübscher Ort und wie immer findet das Leben und der Markt rund um die Kirche statt. Wir hatten uns vorgenommen, abends Tapas zu machen und haben mit großem Vergnügen alles Mögliche dafür auf dem Markt eingekauft. Auf dem Rückweg haben wir noch Halt in Inca gemacht, aber die Stadt hat uns sehr enttäuscht. Wir fanden, dass dort kein "Leben" in der Stadt war und haben sie sehr schnell wieder verlassen.

An dieser Stelle möchte ich auch noch über weitere Eindrücke, die wir inzwischen bekommen haben, berichten. Alle Orte, die wir nun kennen gelernt hatten, waren sehr sauber. Unsere Anlage lag an einer kleinen Sackgasse, selbst dort fuhr zweimal in der Woche ein kleiner Reinigungswagen. Selbst in Tiefgaragen wurde geputzt. Es lag kein Müll rum und vor allem haben wir keine Bauruinen gesehen, wie wir es von Kreta kannten. Und es gibt reichlich Kreisverkehr auf der Insel. Die Ampeln konnte ich an einer Hand abzählen, Palma mal ausgenommen. Aber so ein Kreisverkehr war ganz schön praktisch für uns Touristen, die Ausfahrt übersehen? Macht nichts, einfach noch einmal eine Runde drehen, denn das ist uns öfter passiert. Leider stand an der entscheidenen Straße oft nicht der wichtige Hinweis für uns. Die Mitte des Kreisverkehrs war oft sehr eindrucksvoll und ideenreich gestaltet, da haben sich die Planer wirklich etwas tolles einfallen lassen.
Ich hatte ja schon erwähnt, dass wir immer wieder überrascht waren, wie preiswert unterwegs der Kaffee war. Auch die Brötchen und das Brot ist dort nicht sehr teuer. Im Laden Mercadona werden die frischen Backwaren nicht nach Anzahl berechnet sondern nach Gewicht. So wurde mir beim ersten Einkauf, weil ich noch völlig unwissend war, an der Kasse gesagt, dass ich wohl das Wiegen vergessen hätte. Also noch einmal durch den Laden düsen und alles auf die Waage legen. Wäre dies bei uns auch so, würden viele Bäcker mit ihren "leichten Luftbrötchen" sehr wenig verdienen.

Weiter geht es mit meinem Reisebericht. Am Donnerstag war das Wetter morgens zunächst noch schlecht. Aber wir hatten uns vorgenommen, noch einmal nach Artá zu fahren und uns die Stadt ohne Markt und Trubel anzusehen. Es hat sich gelohnt. Ein nettes Städtchen mit hübschen Geschäften.
Außerdem wollte ich so gerne eine Ausgrabung besichtigen. Kurz vor dem Urlaub habe ich das Buch "Talayot - die vergessenen Türme Mallorcas" gelesen und achtete deshalb ganz besonders auf Hinweise zu den Türmen. Nicht weit von Artá befand sich Ses Paisses, eine eindrucksvolle Ausgrabungsstätte. Ich staune immer wieder, was die Menschen zu Urzeiten ohne unsere heutigen Hilfsmittel alles zu Stande gebracht haben. Auf jeden Fall fand ich die Besichtigung sehr interessant.
Inzwischen wurde das Wetter immer besser, das heißt, der Wind hat mal wieder dafür gesorgt, dass die Wolken sich verzogen und wir uns an einem blauen Himmel erfreuen konnten. Deshalb haben wir auch einen kurzen Schlenker an den Strand von Colonia San Pedro gemacht, von dort konnten wir wieder auf die Bucht von Alcudia schauen, wir befanden uns genau gegenüber "unseres" Ortes Alcanada.

Nach den vielen Ausflügen stand nun ein Ruhetag auf dem Programm, nach unserem täglichen Einkauf haben wir uns auf dem Balkon und am Pool gesonnt. Außerdem hieß es, die Koffer zu packen, denn am nächsten Tag wollten wir unsere nächste Unterkunft, diesmal im Süden ansteuern.

Am Samstag hieß es also, Abschied nehmen vom Norden Mallorcas und ab in den Süden. Manch einer wird sich vielleicht darüber wundern, aber wir hatten dies schon öfter praktiziert und damit gute Erfahrungen gemacht. Auf diese Weise lernt man noch mehr von der Insel kennen. Nun, Mallorca ist jetzt nicht so groß und Ausflüge können ohne Probleme überallhin gemacht werden. Aber wir fanden auch, dass eine Woche gereicht hat. In der zweiten Woche wollten wir doch etwas mehr Abwechslung haben, abends mal essen gehen und nicht fahren müssen oder einen abendlichen Spaziergang machen, ohne anstrengende Höhenunterschiede bewältigen zu müssen. Wir waren sehr gespannt auf unseren nächsten Urlaubsort.
Aber zunächst mussten wir einmal quer über die Insel fahren. Schnell stellten wir fest, dass es dort im Süden viel flacher und wesentlich mehr Landwirtschaft zu finden ist. Zügig erreichten wir Cala Pi und hatten wieder Glück, obwohl wir auch diesmal sehr früh waren, konnten wir unser Appartement direkt beziehen. So konnten wir auch sehr schnell den Ort erkunden. Schade, ich hatte eigentlich mehr erwartet, was das abendliche Bummeln betraf. Aber die Aussicht auf das Meer war klasse. Diesmal hatten wir eine Terrasse, allerdings nicht mit direktem Meerblick. Zwischen dem Meer und uns befanden sich einige Häuser, die sehr unbewohnt wirkten. Es schienen wohl alles Häuser von Residenten oder Wochenendbesuchern zu sein. So richtig heraus gefunden haben wir es in dieser einer Woche nicht.
Neben unserem Aparthotel befand sich die traumhafte Bucht von Cala Pi, allerdings war sie nur durch reichlich Treppen zugänglich. Diese befanden sich aber direkt bei unserer Anlage. Mangels großartiger Einkaufsmöglichkeiten im Ort beschlossen wir, die nähere Umgebung mit unserem Auto zu erkunden. Entlang der Küste befanden sich kleine Orte, die uns allerdings nicht begeistern konnten. Der größere Ort Colonia de Sant Jordi hat uns ebenfalls nicht gefallen. Viele Hotelbauten, viele Geschäfte, die allerdings um 14 Uhr Mittagspause machten und schlossen. Uns kam dies alles wenig einladend vor. Also fuhren wir spontan Richtung Ses Salines, was eigentlich für einen anderen Tag auf unserem Programm stand, aber wir sind da ja wirklich flexibel und wurden auch belohnt. Der Ort machte einen sehr guten Eindruck auf uns. Die Häuser waren alle sehr sauber verputzt und wirkten sehr freundlich auf uns. Aber dort wollten wir uns nicht lange aufhalten, denn nun waren wir neugierig auf die Salinen von Es Trenc. Sehr eindrucksvoll war dieser Salzberg, den wir uns natürlich näher anschauen wollten. Auch die unterschiedlichen Farben der Salzkruste in den vielen Becken haben mich begeistert. In meinem Bilderbericht können die Fotos, die mir ganz gut gelungen sind, betrachtet werden. Natürlich haben wir in dem kleinen Shop "Flor de Sal" gekauft und ich freue mich schon darauf, es demnächst zu benutzen. Wir waren ganz begeistert von unserem spontanen Ausflug, weil wir nun auch noch den wunderschönen Strand von Es Trenc besuchen konnten. Allerdings waren wir darauf nicht vorbereitet und hatten leider kein Badezeug und keine Decken dabei. Aber trotzdem haben wir uns dort eine Weile aufgehalten und es auch ohne "Zubehör" genießen können.

Sonntag war bei uns dann wieder Pooltag. In der großen Anlage befanden sich einige Pools. Dort war dann auch wesentlich mehr Trubel. Viele Kinder hielten sich dort auf, aber der Lärm war überhauot nicht störend, da hatten wir mit schreienden Kindern schon ganz andere Erfahrungen gemacht. Eigentlich hat uns mehr in unserer Ruhe das Animationsteam gestört, Immer wieder forderten sie einen zur Teilnahme von irgendetwas auf. Da es sehr bedeckt, aber warm war, hatten wir allerdings keine große Lust mitzumachen. Viel lieber  lese ich eins meiner vielen Bücher auf meinem Reader. Außerdem nutzen wir gerne die Zeit, um uns über weitere Ausflüge zu informieren. Der Reiseführer darf deshalb meist mit an den Pool.

Am Montag stand auf unserem Plan dann wieder ein Ausflug, wir wollten nach Valldemossa fahren. Sehr schnell erreichten wir auf den gut ausgebauten Straßen  den Ort und waren begeistert. Trotz vieler Touristenbusse war es dort relativ ruhig. Im Nachhinein meine ich, dass dieser Ort mir am besten gefallen hat. Er wirkte ungemein freundlich. An jedem Haus waren wunderschöne Kacheln mit Bildern angebracht und überall hingen Blumentöpfe an den Hauswänden. Allerdings sollte man gut zu Fuß sein, denn ich fand es diesmal extrem steil in den schmalen Straßen. Es war ein ewiges auf und ab. Im Reiseführer hatte ich gelesen, dass es dort eine Besonderheit zu essen gibt, es wurden die Kartoffelkrapfen "Cocos de Patata" empfohlen. Wir sind der Empfehlung nachgekommen, allerdings haben sie mich nicht begeistern können, es war in meinen Augen nur ein sehr trockenes Gebäck. Egal, ich habe es probiert und geschadet hat es mir nicht. Als nächstes stand uns mal wieder eine Serpentinenfahrt bevor, eine 7 km lange sehr, wirklich sehr schmale Straße  führte uns zu dem ruhigen Hafen. Nach einer kurzen Pause ging es dann wieder rauf, es führen keine anderen Wege zu den Häfen. Wer es also wagt nach unten zu fahren, muss sich bewusst sein, dass dieser Weg auch nach oben gefahren werden muss. Mit dem kleinen Polo, den wir gemietet hatten, war es kein Problem, aber die Fahrer der größeren Autos hatten schon einige Probleme, außerdem mussten viele Radfahrer überholt werden, was an manchen Stellen ebenfalls nicht einfach war. Nach Valldemossa und dem Hafen wollten wir noch Deiá besichtigen. Dieser Ort lag in den Bergen und das hat man natürlich beim Bummeln gemerkt. Auch hier ging es immer auf und ab. Aus meinem Reiseführer wusste ich, dass hier sehr viele Residenten wohnen sollten, zumindest an den Parkplätzen haben wir das gemerkt, denn immer wieder gab es den Hinweis, dass dort nur Residenten parken dürfen.
Da die Fahrten auf den Straßen nicht sehr viel Zeit in Anspruch nahmen, hatten wir an diesem Tag die Möglichkeit uns noch etwas in der schönen Bucht zu sonnen. Abends wurde dann der tägliche Spaziergang zum Turm von Cala Pi gemacht, die Sonne bescherte uns immer wieder andere schöne Blicke auf die Umgebung, sonders die Farben des Meeres und des Himmels erfreuten uns immer wieder neu.

Ich erwähnte ja schon, dass ich mich vorher gut vorbereite, so hatte ich gelesen, dass es sehr gute Zugverbindungen auf der Insel gibt. Da mein Mann kein großes Verlangen danach hatte, in Palma einen Parkplatz suchen zu müssen, beschlossen wir mit dem Zug nach Palma zu fahren. Das klappte auch bestens. Der Bahnhof lag sehr zentral und schnell haben wir den Weg zur Kathedrale gefunden, ein "Muss" für alle Touristen. Gegenüber der Kathedrale haben wir einen Kaffee getrunken und stellten fest, dass die Preise sich doch den Gegebenheiten anpassen, diesmal zahlten wir wohl den "Ausblickaufschlag", es war das dreifache der bisher bekannten Preise, aber das war uns ja klar.
Auf jeden Fall war der Anblick eindrucksvoll, auch im Hafen und ich überlegte schon, wann einer meiner Vorfahren wohl mal falsch abgebogen ist. Zumindest gehörte ich nicht zu den Leuten, die sich auch nur ein winziger der hier liegenden Boote leisten können. Ob ich wohl zu Hause anrufen und darum bitten soll, dass für mich ein Lottoschein abgegeben wird? Wie auch immer, es reichte mir durchaus alles zu betrachten. Nachdem wir uns ein Baguette, ach nein, ein belegtes Pan und kaltes Wasser besorgt hatten, wurde eine Rast auf einer Bank im Schatten eingelegt. Denn warm, wenn nicht sogar heiß, war es an dem Tag in Palma.  Wir befanden uns in der Fußgängerzone und waren davon ausgegangen in besonderen Geschäften shoppen zu können. Aber sehr schnell stellten wir fest, dass es diese Geschäfte verschiedener Ketten auch zu Hause gibt und so wurde es dann ein sehr preiswerter Nachmittag für uns. Außerdem hatten wir dadurch reichlich Zeit durch die Gassen zu Bummeln und einfach nur Fotos zu machen. Abends waren wir ganz schön kaputt von dem Tag in der großen Stadt, die ich jetzt nicht unbedingt zu meinen Favoriten erkläre, aber um mitreden zu können, haben wir sie uns wenigstens angesehen.

Wir hatten inzwischen fast alles gesehen, was wir uns vorgenommen hatten. Für den Mittwoch hatten wir eine letzte kleine Rundfahrt geplant. Zunächst ging es nach Santanyi, dort sollte an diesem Tag der Markt stattfinden und wir wollten ja noch einiges einkaufen, entweder Geschenke oder Mitbringsel für uns. Wir sind auch schnell fündig geworden. Bei dem Bummeln durch die engen Gassen hatten wir gar nicht bemerkt, dass über dem Ort sich eine dunkle fiese Wolke festsetzte. So kam es, dass an diesem Tag zum ersten Mal die Scheibenwischer richtig etwas zu tun hatten. Aber wir wollten uns nicht von unserem Ausflug abhalten lassen. Portopetro hat uns allerdings nicht besonders gefallen, das wäre auch bei Sonnenschein wohl nicht anders gewesen. Von Portocolom hatte ich mir mehr versprochen, ich suchte die ganze Zeit die schönen Häuser, die mir der Reiseführer versprochen hatte. Schade, aber inzwischen war es auch sehr kalt und wir wollten nicht noch länger danach suchen. In Felanitx haben wir dann Zuflucht in einem Cafe gesucht, dort kam ein heftiger Regenschauer herunter. Anschließend wollten wir in den Geschäften noch etwas stöbern, aber leider war mal wieder "Mittagspause" angesagt.
Auf unseren Ausflügen kamen wir durch viele kleine Orte, die Hauptstraßen führten meist mitten durch den Ort. Durch die vielen Einbahnstraßen war es immer eine Kurbelei, mal rechts rum, mal links rum. Meist sahen die Orte nicht sehr einladend aus, die Fensterläden waren immer geschlossen. Irgendwie wirkte vieles unfreundlich und unbewohnt. Deshalb ist uns das Örtchen Ses Salines wirklich als sehr angenehm aufgefallen, die Häuser waren sehr sauber verputzt. Auffallend war die Elektrik an den Häusern, manch einem Elektriker würden die Haare zu Berge stehen, wenn es bei uns so aussehen würde, aber diesen Anblick kannten wir auch von anderen Mittelmeerinseln.

Unsere letzten Urlaubstage sollten nun anbrechen, am Donnerstag war das Wetter traumhaft und wir haben den ganzen Tag gefaulenzt. Noch einmal so richtig Sonne tanken, bevor es wieder nach Hause ging. Am Freitag haben wir den Vormittag am Pool verbracht und wollten dann noch einmal los, die letzten Mitbringsel kaufen. Außerdem hatten wir uns vorgenommen, in Llucmajor im Cafe Colon einen Cafe zu trinken und ein Stück Mandelkuchen zu essen. Schließlich sollte dies auch eine Spezialität der Insel sein, was einen ja nicht wundern sollte. Unterwegs hatten wir reichlich Mandelbäume gesehen. Einige Millionen sollen auf der Insel stehen und ich konnte mir sehr gut vorstellen, wie es dort zur Zeit der Mandelblüte aussehen würde.
Der letzte Ferientag hatte sich bemüht und wollte uns die Abreise nicht zu schwer machen, das Wetter hatte mal wieder gewechselt. Schade, deshalb fiel der abendliche Spaziergang auch nur sehr kurz aus.

Samstag - unser Abreisetag und irgendjemand wollte uns dann doch ärgern. Durch die Lage unserer Urlaubsorte konnten wir nie den Sonnenaufgang sehen. Aber am Samstag mussten wir recht zeitig zum Flughafen fahren und das Wetter dachte wohl, jetzt gebe ich alles. Im Osten konnten wir eine Zeit lang einen wunderschönen Himmel bewundern. Später im Flugzeug hatte ich einen sehr guten Platz erwischt und habe lange die Insel von oben betrachten können. Ob ich noch einmal nach Mallorca möchte? Es kann sein, aber es wird wohl eine Weile dauern. Wir haben ja vieles gesehen und kennen gelernt. Auf jeden Fall hat es uns sehr gut gefallen und da wir ja nicht die typischen Strandurlauber sind, konnte uns das Wetter nur ein bisschen ärgern, denn manchmal wäre der Anblick bei strahlendem Sonnenschein doch schöner gewesen. Vermisst habe ich es auch, dass wir abends nicht immer lange auf unserem Balkon oder Terrasse sitzen konnten, weil der Wind sehr kalt war. Schade, denn kalte Abende haben wir zu Hause auch.

Ich bedanke mich nun bei allen Lesern, die bis hierhin durchgehalten haben. In einem separaten Bericht werde ich die Bilder zeigen.