Sonntag, 7. Oktober 2007

Fehmarn

Fehmarn

Seit Pfingsten 1979 fahre ich nach Möglichkeit einmal im Jahr nach Fehmarn, entweder zum langen oder zum kurzen Urlaub.

Von dieser Insel habe ich schon in der Schule in Erdkunde (so wurde das Fach damals noch genannt) gehört. Schließlich verläuft die berühmte Vogelfluglinie über die Insel. Und da war mein Interesse geweckt.

1978 lernte ich auf einem Lehrgang eine Kollegin kennen, mit der ich seitdem befreundet bin. Sie wohnt in Hamburg und hat ein Ferienhaus auf Fehmarn. Pfingsten 79 hat sie mich eingeladen und seitdem ist es um mich geschehen. Zum Glück gefällt es meiner Familie dort genauso gut. Meinem Mann und mir fehlt auch irgendetwas, wenn wir nicht wenigstens einmal im Jahr dorthin fahren.


Fehmarn liegt von uns 550 km entfernt, wir fahren von hier aus über die A1 Richtung Norden. Sobald ich auf den Hinweisschildern Lübeck näher rücken sehe, wird die Freude immer größer, denn dann haben wir es bald geschafft. Ganz toll ist dann der Hinweis nach Puttgarden, der große Fährhafen auf Fehmarn. Schon hinter Lübeck kann man ab und zu die Ostsee in der Ferne erblicken. Für uns vom Landesinneren ist das schon toll. Irgendwann endet die Autobahn und es geht auf der Bundesstraße weiter, dann bei Heiligenhafen sehen wir die Insel auf einmal im Meer. Uns erfreut dieser Anblick immer besonders. Der Flügger Leuchtturm, die Kirche von Petersdorf und die Fehmarnsundbrücke sehen toll aus, wenn das Meer und der Himmel blau sind. Einige Segelboote befinden sich draußen und man könnte fast sagen, eine "kitschige" Urlaubspostkarte bietet sich dar.
Hinter Großenbrode fahren wir dann über die Brücke, rechts und links die Ostsee mit den Segelbooten und Surfern. Dann diese Riesenfelder, im Mai blüht der Raps, die ganze Insel ist gelb! Ein Traum. Das Fenster wird heruntergekurbelt, um Fehmarn einzuatmen! -- Es kann ja sein, dass wir uns das einbilden, aber für uns hat Fehmarn einen besonderen Geruch. Jedes Jahr kaufen wir uns Rapshonig und wenn wir zu Hause ein neues Glas öffnen, atmen wir einmal ganz tief ein! -- So, wir haben es geschafft, wir können die erste Ausfahrt runter und fahren durch drei Orte, bevor wir am Ziel sind!

Was uns unter anderem gut gefällt: wir sind im Norden und dort ist es abends länger hell, als zu Hause. Morgens natürlich auch schon früh schön hell, man hat das Gefühl ganz viel Urlaub zu haben, weil einem der Tag so lang vor kommt.

Was machen wir auf Fehmarn?
Dort kann man wunderbar Radfahren. Über die Deiche, durch schöne Orte, in den letzten Jahren wurden sehr viele Radwege angelegt. Als Kathrin noch kleiner war, haben wir beide uns ein Tandem geliehen. Vorne ein Kinderfahrrad und dahinter ich auf dem großen, dies war ein ganz besonderer Spaß. Wenn sie kaputt war, brauchte sie sich einfach nur hinsetzen, denn ich hatte sowieso die alleinige Gewalt über dieses Rad.

Es kann so viel besichtigt werden:
der Flügger Leuchtturm, Museum Katharinenhof, dort frisches Brot kaufen, Vogelschutzgebiet Wallnau, das Mühlenmuseum in Lemkenhafen und vieles mehr.

Als die Kinder kleiner waren, sind wir natürlich viel am Strand gewesen. Es gibt ja so viele unterschiedliche Strände. Im Norden am "Grünen Brink" geht es sehr weit flach ins Wasser, dort können die Kinder wunderbar spielen. Andere Strände haben etwas mehr "Brandung".
Drachen steigen lassen. An manchen Tagen sind wir nach dem Abendessen noch einmal an den Strand gefahren und haben die Lenkdrachen steigen lassen. Das macht schon sehr viel Spaß. Oder einfach nur Steine ins Wasser werfen und zählen, wie oft sie auf dem Wasser "titschen" können.

Abends fahre ich gerne nach Lemkenhafen oder in den Hafen vor Orth, setze ich mich auf eine Bank und beobachte den Sonnenuntergang. Das mag sich zwar langweilig anhören, aber für mich ist das eine Erholung.

Kulinarisch gibt es dort auch so viele tolle Sachen. Ein MUSS ist für uns Fisch aus der Aalkate in Lemkenhafen, wenn ich das nicht schaffe, fehlt mir etwas im Urlaub.
Mittwochs ist Wochenmarkt in Burg, dort gehen wir gerne hin und kaufen ein.

Meine Freunde haben ein Segelboot und wenn sie ebenfalls dort sind, planen wir einen Segeltörn ein. Leider kann ich es nicht mehr so gut vertragen, wie früher, aber Spaß macht es mir trotzdem.

Auf Fehmarn finden natürlich immer Veranstaltungen statt, die wir besuchen, wenn sie in unsere Urlaubszeit fallen: Hafenfest in Burgstaken, Platzkonzert in Petersdorf, Handwerkermarkt in Landkirchen und und und

Der Ort Burg lädt zum Bummeln ein, dort gibt es viele sehr schöne Geschäfte, die ich immer wieder ansteuere. Ob es nun die Burggalerie ist, die Inseltöpferei, das Geschäft mit den Seidensachen oder einfach kleine Geschenkelädchen. Tee kaufe ich natürlich immer gerne auf Fehmarn. Oft finde ich eine wunderschöne Tasse, die mein Regal zu Hause verschönert. "Komischerweise" habe ich oft Geburtstag, wenn wir auf Fehmarn sind und dann kann ich mir etwas Besonderes schenken, was ich normalerweise nicht kaufen würde, weil es als Mitbringsel zu teuer ist. Meine Eltern wissen das und geben mir vorher Geld, weil ich dort bestimmt ein Geschenk finde.

Auf Fehmarn waren wir schon in verschiedenen Monaten, von Mai bis Oktober haben wir alles durch. Im Mai blüht der Raps und es ist wirklich eine gelbe Insel. In den Sommermonaten blühen alle möglichen Blumen, oft erlebe ich das zweimal, weil bei uns im Rheinland immer alles viel früher grünt und blüht. Im September und Oktober, wenn die Felder abgeerntet sind, kann man ganz anders über die Insel schauen. Im Sommer versperren einem die Felder die Sicht ringsherum, im Herbst sehen wir das Festland.

Etwas ganz tolles habe ich vor ein paar Jahren gemacht, einen Rundflug über Fehmarn. Einmal die Insel von oben sehen! Ein tolles Gefühl. Allerdings war ich auch so aufgeregt, dass ich vieles erst hinterher verarbeitet habe. Ich habe aber auch gefilmt und diesen Film finde ich super. Mein Mann ist mit unserem Sohn einen Tag vor uns geflogen, bis ich dann den Mut hatte, mit meiner Tochter dies auch zu machen. Mein Mann hat fotografiert, eine tolle Aufnahme haben wir von unserem Feriendomizil. Das Bild habe ich vergrößern lassen und unseren Freunden geschenkt. Es hängt jetzt wunderschön gerahmt in Hamburg.

Ausflüge von Fehmarn aus können auch reichlich gemacht werden. Als unser Sohn klein war, wollte er nie einen Mittagsschlaf halten, aber kaum saß er im Auto und wir waren noch nicht von der Insel runter, schlief er schon. So haben wir die umliegenden Städte alle kennen gelernt, weil wir wenigstens ein halbe bis eine Stunde fahren wollten: Lübeck, Neustadt, Oldenburg, Weißenhäuser Strand, Heiligenhafen (bis hierhin lohnt sich allerdings kein Schläfchen ) Für kleine Kinder ist der Hansapark in Sierksdorf auch sehr schön. Mit der Fähre rüber nach Dänemark, zur Insel Mön oder sogar nach Kopenhagen. Dies alles haben wir im Laufe der ganzen Jahre schon gemacht.

So, jetzt im Moment fällt mir nichts mehr ein. Mit Sicherheit gibt es noch viel mehr Gutes über diese Insel zu schreiben. Aber vielleicht möchte die ein oder andere auch mal dorthin und sie soll ja schließlich auch noch etwas zu berichten haben.