Sonntag, 7. Oktober 2007

Kreta

Bevor gleich ein langer Urlaubsbericht zu lesen ist, kommen erst einmal ein paar Bilder

















Der Name über dem Laden zog mich magisch an, aber dieser Hobbyshop war mehr für Jäger gedacht, es gab dort jeder Menge Gewehre.














Ein typischer Anblick, das Haus weiß, die Stühle oder Bänke und Fensterläden in Blau.















Das kleine Kapellchen am Strand hat es mir angetan.
















Riesige Oleanderbüsche blühten an den Straßenrändern, es war sehr schön anzusehen.















Wir sitzen in "unserer" beliebten Taverne am Strand von Chersonnisos.
















Diese seidigen Arbeiten "muss" ich mir natürlich ansehen.
















Ein Blick auf den Hafen von Sitia mit einem Oleanderbusch im Vordergrund..
















Noch einmal ein Bild von Sitia, diesmal mit bunten Fischerbooten und Blick auf einen Teil der Stadt Richtung Kastell.
















Häuser am Hafen von Chania.
















Auf dem Weg zur Lassithihochebene, wie viele Esel sind auf dem Foto ??















Diesen Anblick werde ich nie vergessen, der Abendhimmel, das Meer von unserem Hotelrestaurant aus gesehen. Diese Farbspiele haben mich jeden Abend begeistert.


Kretaurlaub 2004

Achtung dies ist ein sehr langer Bericht, wer es sich antun will, kann hier einiges von dem Urlaub erfahren.

Der Urlaub fing eigentlich schon so ein bisschen in dem Moment an, als wir das Gepäck abgeben konnten. Da unser Flug bereits um 6 Uhr morgens ging, haben wir das „Late-Night“ Einchecken genutzt. So konnte morgens um 4.28 Uhr der erste Bus, der von uns aus zum Flughafen fuhr, genommen werden und wir hatten nur noch das leichte Handgepäck zu tragen.
Wie es immer so ist, pünktlich geht es selten los. Um 6 Uhr saßen wir alle im Fugzeug, das aber noch nicht starten durfte, da an dem Tag in Heraklion ein „erhöhtes“ Verkehrsaufkommen erwartet wurde. Also warten bis zur Freigabe, die dann für 6.30 Uhr erfolgte. Das Fliegen mit LTU empfinde ich als ganz angenehm und Strecken von 3 - 4 Stunden akzeptiere ich auch, aber weiter weg, möchte ich einfach nicht, das Verlangen danach habe ich allerdings auch nicht. So landeten wir nach ca. 3 ½ Stunden zur griechischen Ortszeit um 10.45 Uhr auf Kreta. Erstaunlicherweise habe ich dort von dem ganzen Stress wenig mitbekommen, in allerkürzester Zeit haben wir unsere Koffer gehabt und konnten den Schalter für unser Mietauto suchen. Denn wir hatten beschlossen, bereits das Mietauto ab Flughafen zu nehmen, um sich die Warterei und Hotelfahrerei des Reiseveranstalters zu ersparen. Da wir bereits zweimal in der Hotelanlage waren, war uns der Weg ja auch vertraut.


Bereits beim Landeanflug auf Kreta konnten wir sehen, dass die Insel schön grün war. Die anderen Urlaube hatten wir im September oder Oktober dort verbracht und zu dieser Zeit war bereits alles vertrocknet von der Sommerhitze.
Nun ging es los, vom Flughafen zum Hotel, eine Fahrt von ca. 25 Minuten. Aber während dieser Zeit fielen wir von einem Begeisterungsausruf in den nächsten. Was wir im Herbst ja nie gesehen hatten, waren riesige blühende Oleandersträucher an den Straßenrändern. Die höchsten waren bestimmt 3 Meter. Dazwischen gelber Ginster und rote Bougonvillia, es sah toll aus!
Um 12 Uhr waren wir dann schon in unserem Hotel und konnten auch direkt unser Zimmer mit einer wunderschönen Aussicht beziehen. Da das Hotel ein bisschen am Berg liegt war die Aussicht toll. Direkt aufs Meer konnte man sehen, aber auch viel von den Bergen und der Küste. Die Farben haben mich zu jeder Tageszeit begeistert. So ein Blau, wie das Wasser und der Himmel dort haben, gibt es bei uns einfach gar nicht. Abends kamen dann leichte lila Farbtöne dazu. Einfach toll, ich weiß gar nicht, wie oft ich davon Bilder gemacht habe.

Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, wurde die nähere Umgebung erforscht. Was hatte sich seit dem letzten Urlaub vor 4 ½ Jahren verändert? Außerdem hatten wir etwas Hunger, also wurde ein kleiner Spaziergang durch das „Dorf“ Richtung Strand gemacht und in einer Taverne eine Kleinigkeit gegessen. In dem kleinen Supermarkt gegenüber kauften wir noch eine Flasche Wein für unser abendliches „ gemütlich-auf-dem-Balkon-sitzen“. Nach unserem Spaziergang haben wir uns auf der Liegewiese erst einmal etwas ausgeruht, denn schließlich waren wir ja seit Stunden auf. Dabei wurde auch überlegt, was wir am nächsten Tag unternehmen wollen. In einem Reiseführer stand, dass am Hafen von Heraklion samstags vormittags ein Bauernmarkt stattfindet. Das interessierte uns und anschließend wollten wir etwas durch Heraklion bummeln, denn dort gibt es schöne Gassen, die zum Schauen und Kaufen einladen.
Aber zunächst freuten wir uns auf das Abendessen. Es wurde in Büffetform angeboten, alle möglichen griechischen Vorspeisen, Hauptgerichte und Desserts wurden angeboten. Das Essen haben wir immer auf der Terrasse mit Blick zum Meer eingenommen, selbst wenn es etwas kühler durch den Wind war, saßen wir dort. Schließlich konnte man sich ja einen Pulli überziehen, auf keinen Fall hätten wir auf ein Frühstücken oder Abendessen auf der Terrasse verzichtet. Abends habe ich als erstes zwei Scheiben Brot gegessen, auf eine Scheibe kam Olivenpesto und auf die anderen ein Tomatenpesto. Mein Mann hat sich mit dem Küchenchef unterhalten und gefragt, wie beides angerichtet wird. Mit Sicherheit werden wir das zu Hause solange versuchen, bis es uns so schmeckt, wie dort. Außerdem standen diese Sachen auf dem Tisch mit dem Motto traditionelle griechische Diät-Gerichte. Die ganzen anderen Gerichte will ich jetzt nicht aufzählen, wer schon mal in Griechenland Urlaub gemacht hat, kennt ja vieles. Ich habe von allem immer nur sehr wenig genommen, um möglichst viel zu probieren, denn die Gerichte wechselten natürlich auch täglich. Der süße Nachtisch hatte es mir natürlich auch angetan, leider kann ich darauf selten verzichten, nur wenn es extrem süß war, habe ich kein zweites Mal davon gegessen. Jeden Abend war der Joghurt mit dem Thymianhonig ein „Muss“ für mich. Morgens ebenfalls, Joghurt aufs Brötchen und darauf Marmelade. Danach ein Schälchen Joghurt mit Rosinen, Mandeln und Walnüssen. Einfach herrlich, es ist ja klar, dass wir den Honig für zu Hause gekauft haben, auf den fetten Joghurt werde ich hier aber gerne wieder verzichten, der gehörte nur im Urlaub dazu. Nun genug vom Essen, nein erwähnt wird noch schnell, dass wir uns tagsüber viel von Obst, Brot und ab und zu mal eine Gyros-Pita ernährt haben. Das reichte aber auch.

Nachdem wir uns morgens mit dem tollen Frühstück gestärkt hatten, ging es los, zu unseren Fahrten. Da wir beide Frühaufsteher sind, konnten wir auch früh starten und hatten soviel auch sehr viel Zeit zur Verfügung.

Samstag, 22.5. unsere erste Tour, nach Iraklion. Die Griechen schreiben in unseren Buchstaben, die Namen ihrer Orte mal so und mal so. Vor 21 Jahren waren die meisten Straßenschilder nur in der griechischen Schrift, als wir vor 5 ½ Jahren wieder dort waren, hat sich dies auch zu unserem Vorteil geändert. Den Bauernmarkt haben wir schnell gefunden und waren ganz begeistert von dieser Vielfalt der Angebote, Fische, Kaninchen, Schnecken (die in den Kisten noch krabbelten)Obst und Gemüse, wohin wir sahen. Wir nahmen uns vor einiges vom Obst dort zu kaufen. Dann änderte sich das Warenangebot und wir hatten auf einmal das Gefühl in einen Marktschreierwettbewerb geraten zu sein. T-Shirts, Schuhe und andere Kleidung wurde laut schreiend feilgeboten. Wir verstanden zwar kein Griechisch, aber es war interessant anzusehen und zuhören. Vieles wurde für „feiv Juro“ angeboten. ;o) Wir waren ja sehr früh auf diesem Markt und als der Ansturm der Touristen kam, waren wir bereits auf dem Weg zur nächsten Station. Ab in die Innenstadt, was ja dort sehr abenteuerlich ist. Wer den Großstadtverkehr zwar gewohnt ist, muss sich trotzdem ganz schön umstellen, denn die beliebten Motorroller, Motorräder oder Mofas fahren rechts und links an einem vorbei und dicht vor einem werden ebenfalls die Seiten gewechselt. Auf jeden Fall haben wir ein Parkhaus gefunden und sind von dort aus losgezogen. Wir haben zwar auch Stadtpläne, aber irgendwie finden wir immer zu den Gassen, die dort so interessant sind. In der Fußgängerzone gibt es eine Gasse, wo zum Beispiel nur Fisch angeboten wird. Zwischen Ouzo- und Souvenirläden wird Fleisch angeboten. Es ist interessant anzusehen, dort haben wir auch „unsere“ Läden, wo wir immer wieder Kräuter und anderes einkaufen. Nach einer Weile reichte es uns dort aber auch, zumal wir beschlossen hatten, am nächsten Samstag noch einmal dorthin zu fahren und unsere Einkäufe für zu Hause zutätigen. Vor allem T-Shirts für die Kinder wollten wir dort kaufen.
Wie viele Nachmittage haben wir uns am Pool ausgeruht, in den paar Tagen habe ich bestimmt 7 Bücher gelesen. Schlafen konnte ich ebenfalls sehr gut auf dem Liegestuhl. Allerdings musste ich aufpassen, denn da ich ja ein Bleichgesicht bin, werde ich schnell rot und nach ein paar Tagen stellte sich mal wieder die übliche Sonnenallergie ein.

Sonntag 23.5., An diesem Tag wollten wir eine Rundfahrt auf der Lassithihochebene machen. Bisher kannten wir sie ja nur abgeerntet, in gelben vertrockneten Farben. Deshalb waren wir schon ganz gespannt. Direkt hinter unserem Dorf führte eine Straße in die Berge. Die Straßen dort sind ja sehr kurvenreich. Mal eben irgendwo hinfahren, ist nicht so einfach. Für wenige Kilometer braucht man dadurch Stunden, aber dafür hat man hinter jeder Kurve eine andere schöne Aussicht. Mein Mann ist es ja von mir schon gewohnt, dass ich ihn bitte, bei einer Möglichkeit mal zu halten, damit ich in Ruhe die Aussicht betrachten, fotografieren und auch filmen kann. Auf der Fahrt Richtung Lassithi waren wir wieder ganz begeistert, von den Oleanderbüschen und den Millionen von Olivenbäumen. Kleine Dörfer schmiegten sich an Bergwänden, wobei die wunderschönen Kirchen immer hervor ragten. Um auf die Ebene zu kommen, müssen durch die Berge einige Kilometer nach oben gefahren werden. Wenn dann aber der letzte Berg geschafft ist, bietet sich ein toller Ausblick auf das Plateau. Und es belohnte uns auch mit einem grünen und blühenden Anblick. Man hat dort verschiedene Möglichkeiten, wir wählen immer eine bestimmte Route, weil sie uns bisher am besten gefallen hat. Es geht durch schöne Bergdörfer, wo auch viel Handarbeit angeboten wird, ebenfalls werden am Straßenrand Obst und Gemüse, meist von alten Leuten, angeboten. Bevor wir die Hochebene wieder verlassen, um auf der anderen Seite Richtung Neapolis zu fahren, müssen wir noch einmal anhalten und den Blick in Ruhe genießen. Bestimmt kennen viele das Kinderbuch von Frederik, der Maus, die für den Winter „Farben sammelt“, so kam ich mir vor, ich habe alles aufgenommen, um von diesen Bildern lange zehren zu können. Die Abfahrt durch die Berge ist auch sehr schön, immer wieder ging es durch kleine Bergdörfer und in der Ferne war das Meer zu sehen.
Da wir auf diesem Weg durch den Ort Chersonnisos kamen, der direkt neben unserem Urlaubsort liegt, haben wir dort auch Halt gemacht. Ein bisschen in den Geschäften gebummelt und dann ging es zu „unserer“ Taverne, die wir vor 5 ½ Jahren entdeckt haben und deshalb von uns bevorzugt besucht wird. Als wir mit unseren Kindern damals dort waren, gingen uns die vielen Leute auf die Nerven, die vor ihren Restaurants standen und uns locken wollten, manchmal sehr aufdringlich und das typisch griechische, dass ich vor 21 Jahren kennen gelernt hatte, war das nicht für mich. Dann erblickten wir die Taverne, wie wir es in Erinnerung hatten, der Besitzer im Schwätzchen mit Freunden vertieft, einfache blaue Stühle und weiße Tische, direkt am Straßenrand mit Blick auf den Strand und die schöne Bucht. Dort wollten wir hin und bestellten die Getränke. Für uns zwei Ouzo, der dort ja ganz anders, als hier getrunken wird. Also Ouzo mit Eiswürfel, ein Glas Wasser und zwei Schälchen mit Knabbersachen. Der Ouzo wird ganz milchig, wenn er Kontakt mit dem Wasser der Würfel bekommt. Diese Taverne gab es immer noch und wir waren mehrmals dort, um es zu genießen. Einfach dort sitzen, das Treiben beobachten, die Farben von Wasser und Himmel mal wieder bewundern und den leckeren Ouzo und nicht zu vergessen, das obligatorische Glas Wasser zu leeren.

Montag 24.5. Heute stand Agios Nikolaos und das Bergdorf Kritsa auf unserem Plan. Nikolaos liegt an einer sehr schönen Bucht und dort halten sich sehr viele Touristen auf. Wir fahren zwar immer ins Centrum, aber oft suchen wir Wege abseits vom Trubel. So sehen wir dann auch oft das Typische: Blaue Fensterläden, schöne Blumenranken am Haus lang und die Katzen dösend im Hof liegen. Auf dem Weg von Agios Nikolaos nach Kritsa fanden wir ein Hinweisschild von LIDL. Da uns solche Kaufhäuser immer interessieren, haben wir dort natürlich Halt gemacht. Außerdem konnten wir dort auch gleich ein paar Flaschen Wasser kaufen. Dort fand ich endlich mal Servietten, aber bei genauerer Betrachtung, stelle ich fest, dass sie aus Deutschland kamen und die wollte ich doch nicht in Griechenland kaufen. Außerdem ist uns dort an der Kasse aufgefallen, dass der Laden wohl noch relativ neu sein musste, denn die Käufer kamen nicht klar an der Kasse. Wir kennen das schnelle Abfertigen ja von hier. Aber die Griechen sind gewohnt, alles in ihre Tüten zu packen und fingen dann an, statt die Ware wieder in den Wagen zu legen, sie in Tüten zu packen. Dadurch kam die Kassiererin ja nicht so voran, wie sie es sollte. Die Kassiererin an unserer Kasse reagierte dann auch sehr sauer. Nach diesem kleinen interessanten Abstecher ging es aber nun weiter wieder in die Berge. Zum Glück hatten wir ein kleines wendiges Auto und keine Probleme. In diesem Dorf wären die Damen des Handarbeitsforums ganz begeistert auf ihre Kosten gekommen. Die Frauen saßen in den Türen und häkelten an ihren schönen Decken. Überall hingen die gestickten und gehäkelten Tischdecken und wurden zum Verkauf angeboten. Obwohl ich die Arbeiten zu schätzen weiß, trifft es nicht ganz meinen Geschmack und ich habe nichts gekauft. Als wir im Oktober dort waren, wurden wunderschöne Weihnachtsdecken angeboten, da konnte ich nie widerstehen. Nach der Besichtigung dieses schönen Bergdorfes wollten wir noch eine alte Ausgrabungsstätte besichtigen, als ich allerdings sah, dass ich dazu bei einer großen Hitze mitten in der prallen Sonne einen Berg erklimmen sollte, habe ich darauf verzichtet, denn dies wollte ich mir und meinem Kreislauf dann doch nicht antun. Den restlichen Tag verbrachten wir dann wieder auf der Sonnenwiese. Ich kann behaupten, dass ich mich wirklich gut ausgeruht habe. Allerdings wurde es an diesem Nachmittag etwas kühl und es zogen reichlich Wolken auf. Trotzdem blieben wir bei unserem Plan für den nächsten Tag.

Dienstag, 25.5. Heute wollten wir nach Chania, eine weite Fahrt von fast drei Stunden. Unterwegs hat es sogar geregnet und wir haben schon gelästert, na ja, dann kaufen wir eben in Chania einen Regenschirm, schließlich besitze ich auch einen Schirm von der Insel Sardinien. Aber das war nicht nötig, nur unsere Jacken, die seit unserer Ankunft im Kofferraum lagen, mussten wir anziehen, denn der Wind war doch ganz schön frisch. Nach dem totalen Verkehrsgewusel in Chania haben wir doch den Parkplatz gefunden, den wir von Anfang an haben wollten, aber in diesen schmalen Einbahnstraßen war es gar nicht so einfach, zumal die Hinweisschilder für uns ganz schön verwirrend waren. Durch die lange Fahrt hatten wir Durst und ich musste mal eine Toilette aufsuchen. Dies war immer eine gute Gelegenheit, uns in eine Taverne zu setzen und einen Frappé zu trinken. Danach wollten wir zu den Markthallen, die jeden Morgen geöffnet sind. Auch hier war es sehr interessant, die vielen kleinen Läden mit den verschiedenen Angeboten zu betrachten. Wir hatten Hunger und haben uns ein Olivenbrot gekauft. Am nächsten Stand gab es die leckeren kleinen Oliven, die ich von den früheren Urlauben kannte und mochte. Ich durfte eine probieren und konnte so feststellen, dass es die richtigen sind. Und weiter gings, wir waren auch immer auf der Suche, nach gutem Ouzo. Deshalb kauften wir immer kleine Flaschen zum Probieren. Hier haben wir einen gefunden, der ganz toll schmeckte, aber leider gab es diesen Ouzo in keinem anderen Ort auf der Insel. Hätten wir dem Mann doch mal geglaubt, als er sagte, das dies sehr guter ist und eine größere Flasche für zu Hause gekauft. Nach diesem treiben in der Markthalle ging es wieder in die schöne verwinkelte Altstadt Richtung Hafen, die Hafenanlagen sind in den großen Orten immer auch Festungen gewesen. An vielen Häusern im Hafen von Chania macht sich der venezianischer Einschlag bemerkbar. Interessant war auch die Kombination eines Minaretts. An diesem Turm wurde eine griechisch-orthodoxe Kirche angebaut. Irgendwie finden wir in diesen Städten immer Hügel, die wir erklimmen, um die schöne Aussicht genießen zu können. Für unsere Augen wirkt die Stadt kunterbunt durcheinander gebaut, aber da ist System drin. Die Bauweise der Häuser ist für uns auch fremd, aber schön anzusehen. Eigentlich wollten wir auf der Rückfahrt noch einen kleinen Abstecher zu einem Bergsee machen, aber als wir die dicken dunklen Wolken an diesem Berg gesehen haben, konnten wir sehr gut darauf verzichten. Die Fahrt an der Küste war auch wieder wunderschön. Die Oleanderbüsche säumten die Straßen oft kilometerlang. Allerdings müssen reichlich Berge überquert werden. So kamen wir ziemlich spät an unserem Hotel wieder an. Aber auch wegen des Wetters haben wir an diesem Tag auf das Ausruhen am Pool verzichtet. Aber wir ließen es uns nicht nehmen, beim Abendessen hatte ich eben einen Pulli an, denn wir wollten ja auf der Terrasse sitzen und später habe ich mir auf unserem Balkon eine Decke auf den Stuhl gelegt, da der Wind ziemlich frisch um die Ecken wehte.

Mittwoch 26.5. Nach dem anstrengenden Tag wollten wir sozusagen eine Ruhepause einlegen. Das sah so aus, dass wir einige Einkäufe machten. Hemden für meinen Mann, Tops für mich und mal sehen, was man sonst noch so findet. Einfach ein bisschen bummeln, ich wollte mir etwas Silberschmuck kaufen. Ich habe auch einiges gefunden, Kette, Armband, Ohrstecker mit kretischen Motiven. Dies konnte ich mir von dem Geldgeschenk meiner Kollegen, das ich zu meinem Firmenjubiläum bekommen habe, gönnen. Ich hatte das Geld extra aufgehoben, weil ich wusste, dass es dort schöne Sachen gibt, die ich mir normalerweise nicht kaufen würde, weil es einfach zu teuer ist. Naja, und weil wir wieder in Chersonnissos waren, führte uns der Weg rein zufällig zu unserer Taverne ;o) Der ruhige Tag endete mit einem Spaziergang in unserem Dorf.

Donnerstag, 27.5. Sitia, eine weit entfernte Stadt im Osten der Insel stand auf dem Programm. Zwar „nur“ 110 Kilometer entfernt, aber die Fahrtzeit betrug 2 ½ Stunden, Natürlich haben wir bei besonders schönen Aussichten auch angehalten und diese in Ruhe betrachtet. Die Strecke führt an der Nordküste entlang, einige Berge müssen überquert werden, aber die Straßen sind schon bedeutend besser, als vor 21 Jahren. Denn 1983 haben wir in diesem Ort unseren ersten Kretaurlaub verbracht. Damals sind wir mit so etwas ähnlichem wie einen Hühnerbus dort hin gefahren. Beängstigend fanden wir damals, dass sich die alten Frauen an sämtlichen Kurven bekreuzigten. Hinterher haben wir erfahren, dass sie das machten, weil dort irgendwo eine Kapelle stand und wenn man dort in der Nähe vorbei fährt, dann wird sich eben bekreuzigt. Auf jeden Fall war die Fahrt jetzt auf den neuen Straßen angenehmer, diese alten Busse haben wir auch nicht mehr gesehen. Allerdings irgendwann kam uns die Fahrt auch ewig vor und wir meinte, hinter diesem Berg muss die Stadt doch langsam zu sehen sein. Zumal auch immer mehr Weinberge zu sehen waren, der Wein aus dieser Gegend ist ja sehr gut und den gibt es auch bei uns zu kaufen. Endlich kam die letzte Kurve und vor uns im Tal, wieder in einer sehr schönen Bucht lag die Stadt Sitia. Wir haben sogar unser altes Hotel entdeckt. Heute würden wir dort allerdings nicht mehr wohnen wollen. Es sah nicht mehr sehr einladend aus. In der Stadt hat sich auch einiges verändert. Das war aber nach alle den Jahren auch zu erwarten. Sehr viele Häuser sind neu gebaut worden. Einen Blick auf das alte Kastell über den Ort konnte man nicht mehr so einfach werfen. Aber es hat sich schön verändert. Im Hafen wurde die Promenade verbessert. Die alten Treppengassen sind natürlich geblieben. Überrascht waren wir, als wir in einer Taverne, die wir aus schon erwähnten Gründen ansteuerten, unser Getränke bezahlen wollten. Es war ausgesprochen preiswert, das heißt die Preise waren durch die Touristen noch nicht so erhöht worden. Deshalb beschlossen wir nach unserm Bummel, vor unserer Heimfahrt dort noch einmal einen Frappé zu trinken. Auf der Rückfahrt habe ich versucht, die mit Oleanderbüschen eingerahmten Straßen zu filmen, das würde uns sonst doch keiner glauben. Den Film werde ich mir mal ganz in Ruhe bei einem Glas Wein ansehen.
An diesem Abend stand in unserem Hotel für abends etwas ganz besonderes auf dem Programm. Ein griechisches Barbecue mit Livemusik. Dies kannten wir aus den vergangenen Jahren und wir haben uns natürlich dazu angemeldet. An der Poolbar waren die Tische mit dem Essen aufgebaut, ganz wunderbar angerichtet! Jetzt im Mai war es ja nicht so etwas besonderes, draußen zu sitzen. Im Oktober fand ich das noch toller. Wir saßen mit einem netten Paar aus Neuss (son Zufall ;o) liegt ja direkt auf der anderen Rheinseite, unserer Stadt gegenüber) an einem Tisch und haben uns gut über alles unterhalten. Die Band spielte griechische Musik und als wir mit dem essen soweit fertig waren, wurde von den Kellnern der Syrtaki getanzt. Wir Gäste durften später dann mittanzen, die Schritte sind ja eigentlich leicht, aber als es immer schneller wurde und an meinen Armen rechts und links gezerrt wurde, habe ich es dann doch lieber aufgegeben. Die Band machte sehr schöne Musik und mein Mann und ich haben mal wieder versucht, zusammen zu tanzen. Naja, es klappt langsam besser. ;o) An diesem Abend habe ich reichlich dem Wein zugesprochen und hatte ein bisschen Kreislaufprobleme am nächsten Tag. Aber da wir den Freitag sowieso nur rumtrödeln wollten, war das alles kein Problem.

Freitag 28.5. Rumtrödeln war erst angesagt, später habe ich eine sehr schöne Strandwanderung gemacht. Eigentlich wollte ich nur mal bis zur nächsten Ecke gehen, aber es ging immer weiter. Auf diesem Sand war es sehr anstrengend zu laufen. Es war kein feiner Sand, sondern grobe Körner. Man sackte immer tief ein, aber nach diesen Tagen des Faulenzens musste dies mal sein. Endlich hatte ich die letzte Ecke erreicht und konnte in die Bucht von Chersonnissos sehen. Natürlich war ich mit beiden Kameras bewaffnet unterwegs.

Samstag 29.5. Bauernmarkt und bummeln in der Stadt, verbunden mit unseren Einkäufen für Zuhause. Das gute Olivenöl, der Thymianhonig und Kräuter auf Kreta natürlich wesentlich preiswerter als bei uns zu Hause. Diesmal haben wir dort auch gefilmt und fotografiert. Dieses Treiben muss einfach festgehalten werden.

Sonntag 30.5. Langsam geht der Urlaub zu Ende. Größere Touren werden nicht mehr unternommen. Einen Abschiedsouzo wollen wir in der beliebten Taverne trinken. Dort saßen wir um 10.30 Uhr, hier zu Hause war es erst 9.30 Uhr, und haben uns ein letztes Mal das Treiben dort angesehen. Ein letzter Bummel durch die Gassen und wir sagen Adio. Die Sonne wird noch einmal aufgetankt. Wer weiß, wie es wieder zu Hause sein wird.

Montag 31.5. Abreisetag. Da unser Flugzeug erst abends um 20.35 Uhr starten soll, bleibt uns noch ein ganzer Tag auf der Insel. Ganz ohne Streß wird gefrühstückt und dann gepackt. Das Zimmer muss spätestens um 12 Uhr geräumt sein. Aber da wir wissen, dass die Putzfrauen an diesen großen An- und Abreisetagen reichlich zu tun haben, räumen wir das Zimmer sofort nach dem Packen. Schließlich haben wir ja ein Auto, wo wir im Kofferraum die Sachen deponieren können, die wir nachmittags nach dem Duschen anziehen wollen. Das ist das Schöne dort, dass man nach dem Sonnenbaden, die ganze Sonnenmilch abduschen kann.

Von dem netten Personal haben wir uns verabschiedet. Ein Kellner hat uns besonders ins Herz geschlossen und uns von seinem eigenen Raki aus seinem Dorf etwas spendiert. Von dem Personal sind noch viele da, die vor 4 und 5 ½ Jahren auch dort waren. Das spricht ja auch fürs Hotel. Als der neue Hoteldirektor in einem Gespräch mit uns erfahren hat, dass wir mit unseren Kindern bereits zweimal dort waren, fanden wir kurz danach einen netten Brief mit Gewürzgeschenken auf unserem Zimmer vor. Am Anfang des Urlaubs gab es Wein und Obst als Begrüßungsgeschenk. Man ist dort wirklich sehr besorgt um einen. Wir wissen, dass wir mit Sicherheit wieder dort hin fahren werden. Es gibt noch einige Ziele, die wir uns für spätere Ausflüge aufgehoben haben.

Wenn man solche Reisen macht, kann man einiges erleben und lernt Leute kennen, über die man sich nur wundert. Jetzt waren viele Familien mit kleinen Kindern da, was uns aber nicht weiter gestört hat, denn es war ja nicht mein Kind, was geplärrt hat. Also Überhörtaktik. Aber manches Mal hätte man dann doch mal gerne eingegriffen, ganz einfach weil einige Eltern mit den Gören einfach nicht fertig wurden, was bei dem Verhalten der Eltern einen aber auch nicht verwundert. So haben wir uns dann immer nur angesehen und wussten, was wir darüber dachten.
Das Verhalten beim Essen und bei den Leuten, die All Inklusiv gebucht haben, ist sehr interessant. Man haue sich den Teller voll, türme alles übereinander, weiß man, ob es gleich noch einmal Nachschub gibt??? Dann stelle man nach einem Bissen fest, dass man diesen Haufen doch nicht mag und knast darin herum, um dann den Berg Essen wieder in den Müll landen zu sehen. Oder stochert mit einer Hand im Essen herum, die andere liegt auf dem Schoß oder quer auf dem Tisch. Was ist Rücksicht, oder sehe ich das zu eng, wenn mein Gegenüber noch isst, muss ich ihm dann den Rauch ins Essen pusten?? Also, es war toll, wenn einer hätte Studien betreiben wollen, dann hätte er sich nur mal an einen Tisch setzen müssen und die Leute beobachtet. All inklusiv heißt wohl, man haue sich schon mittags an der Poolbar den Kopf mit Bier voll. Oder gehe alle paar Stunden essen. Man stelle es sich mal vor, morgens frühstücken, dann zum Liegestuhl, den man vorher mit einem Handtuch reserviert hat. Um 13 Uhr gibt es Mittagessen, also vom Liegestuhl erheben und ab an die Snackbar. Zurück zur Liege bis 15 Uhr dann gibt es Kaffee und Kuchen. Abends ab 18.30 Uhr gibt es Abendessen. Und dann zu Hause erzählen, boah, was habe ich wieder zugenommen. Es gibt Leute, die habe ich jeden Tag auf dem Liegestuhl gesehen. Für mich sehr unverständlich. Wenn ich schon so weit fliege, dann möchte ich auch etwas von der Umgebung kennen lernen. Mit unseren Kindern hatten wir mindestens für drei Tage ein Auto gemietet und haben an diesen drei Tagen Ausflüge gemacht. Kleinere Touren konnten mit dem Taxi oder Hotelbus unternommen werden.
Die Krönung war beim Rückflug. Wir waren rechtzeitig am Flughafen, weil dort das Auto wieder abgegeben werden musste und wir vor dem großen Ansturm da sein wollten. Es war auch gut so, es war am Abend Chaos. Alle 20 Minuten starteten ein bis drei Maschinen. Allerdings war es auch sehr interessant. Zum Beispiel sollte das Flugzeug nach Hannover um 19.40 Uhr starten und zu diesem Zeitpunkt hörten wir den Aufruf, das die letzten Passagiere zum Ausgang sowieso gebeten werden. Diesen Aufruf hörten wir sehr oft, um 20 Uhr wurden die Leute mit Namen aufgerufen!! Wir haben uns nur darüber gewundert. Aber anscheinend gibt es von diesen Leuten viele. Wir saßen in unserem Flugzeug und der Kapitän gab bekannt, dass er eigentlich die Triebwerke anwerfen könnte, aber es fehlten noch drei Personen! Aus Sicherheitsgründen muss auf sie gewartet werden, denn das Gepäck war ja schon an Bord. Diese Leute haben unseren Abflug um 20 Minuten verzögert!!! Als der eine endlich kam, habe nicht nur ich ihn mit Blicken getötet. Noch schlimmer wäre allerdings gewesen, das Gepäck wieder auszuladen und jeder muss seine identifizieren, damit das Gepäck der fehlenden Leute ausgeladen werden kann.

Naja, wir sind wieder gut zu Hause gelandet. Der Urlaub war sehr schön und wir haben sehr viele Eindrücke in uns aufnehmen können.